Das Wojewodschaftsgebiet von Pomorskie umfasst gegenwärtig 9 Landschaftsparks, die ein hohes naturlandschaftliches sowie kulturelles und geschichtliches Potential darstellen. In ihrem Gebiet wurden zahlreiche Ökobildungspfade eingerichtet, deren gute Beschilderung und durchdachte Absteckung ein gründliches Kennenlernen dieser ungemein wertvollen Gebiete ermöglichen.

tłum. EuroInterpret – D. Moser

Wdzidzer Landschaftspark

Der Wdzidzer Landschaftspark ist ein zauberhaftes 17 832 ha großes Gebiet, das von einem 15 208 ha großen Schutzgürtel umgeben wird.

Er wurde aufgrund der bedeutenden naturlandschaftlichen sowie kulturhistorischen Wertigkeit der Region eingerichtet.


Es herrscht hier natürliche Landschaft vor, die durch einen Eisberg gebildet wurde, wodurch sie sich durch viele Rinnenseen, Flusstäler und Geländevertiefungen auszeichnet.


Die natürliche Umwelt des Wdzidzer Landschaftsparks besteht vorwiegend aus Waldgebieten. Die hiesigen Wälder, die reich an Waldfrüchten sind, bieten vorzügliche Bedingungen für Pilz-, Heidelbeeren- und Kräutersammler. Das restliche Parkgebiet stellen Gewässer, Wiesen, Weiden, Ackerfelder und Torfmoore dar. Die Biodiversität der Fauna und Flora des Parks wird in Form eines Naturreservats, ökologischer Flächen, eines Landschaftsschutzgebiets und von Naturdenkmälern geschützt. Es gibt hier auch einen charakteristischen Vertreter hiesiger Fauna, nämlich eine endemische Art der Seeforelle, die als Wdzidzer Seeforelle bezeichnet wird. Ihre Population ist eine autochthone Form, die aufgrund der geographischen Isolierung im Zusammenhang mit der letzten Eiszeit entstanden ist.


Im Park- und Schutzgürtelgebiet gibt es über 100 Seen und 150 Weiher, von denen der 1455 ha große Komplex der Wdzidzer Seen, der aus vier Seen besteht (Radolne, Jelenie, Gołuń und Wdzydze) und sich in Meridian- und Breitenkreisrichtung 9 km x 12 km erstreckt, besonders interessant ist. Der Form nach erinnert er an ein Kreuz. Es ist der größte Seenkomplex in diesem Teil der Kaschubei, der See Wdzydze ist der sechsttiefste See Polens. Eine absolute Ausnahmeerscheinung im europäischen Maßstab bildet das natürliche Vorkommen zahlreicher Inseln in diesem Seengebiet. Auf dem See Wdzydze gibt es folgende Inseln: Ostrów Wielki, Glonek, Ostrów Mały, Sorka, Sidły, Mielnica, Przerośla und Ceronek. Auf dem See Gołuń gibt es die Insel Trzepcyn und auf dem See Jelenie- Ostrówek. Die größte Insel, Ostrów Wielki, mit einer Fläche von 90,66 ha und einer Länge von ca. 3 km ist die zweitgrößte Insel Polens. Die kleinste Insel ist ein Röhrichthorst, der knapp über den Wasserspiegel des Sees hinausragt. Alle Inseln sind als Habitate und Brutstellen für seltene geschützte Wasser- und Sumpfvogelarten von größter Bedeutung. Das Gebiet wird im Rahmen der Natura 2000 Gebiete geschützt und bildet einen Bestandteil des Biosphärenreservats Tucheler Heide (Bory Tucholskie).


Außer den naturlandschaftlichen Vorzügen des Parks sind auch seine kulturhistorischen Aspekte von Bedeutung. Dazu zählen der Kaschubische Ethnographische Park i Wdzidze (Kaszubski Park Etnograficzny we Wdzydzach), der Wieller Kalvarienberg in Wiele /Wielle/ sowie alte Mühlen, Schmieden, Bildstöcke und Kreuze an Wegesrändern, wie auch Besiedlungsspuren aus dem Neolithikum (3 - 2 Tsd. v.Chr.) auf Schwedzkie Ostrowie.


Für alle, die gerne ihre Freizeit in der freien Natur verbringen, wurden im Parkgebiet 6 Wander- und 6 Fahrradbildungsrouten mit einer Gesamtlänge von 185,5 km sowie eine Kajakroute auf den Flüssen Schwarzwasser und Trzebiocha eingerichtet. Außer Spaziergängern und Fahrradfahrern gibt es viele Möglichkeiten für Anhänger des Nordic-Walkings oder des Skilanglaufs. Wichtige Attraktionen bilden auch die Aussichtsstellen des Parkgeländes. Beim Aufenthalt in Wdzydze Kiszewskie /Wdzidze/ sollte unbedingt der Aussichtsturm besucht werden, von dem aus sich eine wunderscheine Aussicht auf das Kreuz des Wdzidzer Seenkomplexes erstreckt.


Das Parkgebiet ist ein vorzügliches Gebiet nicht nur für Naturforscher, sondern für alle, die sich inmitten der freien Natur erholen möchten und dabei die bestehende touristische Infrastruktur nutzen.

Autor: Wdzydzki Park Krajobrazowy

Foto: G. Sowala