Pommern ist ein Paradies für Wasserliebhaber. Ein Merkmal der Region ist nicht nur die Ostsee, sondern auch die unzählige Menge an Seen, gelegen in der Kaschubei und in Kociewie. Wer von uns kennt die berühmte Kaschubische Schweiz nicht, die zu den schönsten Regionen des Landes gezählt wird. Die schmalen, gewundenen und langen Gewässer füllen dort die postglazialen Rinnen aus und schaffen außergewöhnlich malerische Landschaften (z.B. die Seen Raduńskie, Ostrzyckie, Charzykowskie, Wdzydze, Gowidlińskie, Borzechowskie).  Hier treten auch einzigartige und naturmäßig sehr wertvolle Lobellienseen auf (das Gebiet von Bory Tucholskie /Tucheler Heide/, die Umgebung von Bytów /Bütow/) sowie Küstenseen (Leba-, Jordan-, Sarbsksee). Die pommerischen Seen eignen sich auch zum Segeln, was jeder Liebhaber dieser wunderbaren Disziplin auch weiß. Viele Ortschaften besitzen eine ausgebaute Wassertourismusbasis und zu den beliebtesten gehören Seen, auf den mit Booten gefahren werden darf: Charzykowskie, Karsińskie, Raduńskie, Ostrzyckie, Jasień, Mausz, Kałębie, Żarnowieckie.

Zarnowitzer See

Zarnowitzer See

     Der Zarnowitzer See (Jezioro Żarnowieckie) gehört zu den ungemein verzückenden Orten der Nordkaschubei.

Das außergewöhnliche Geländerelief der Zarnowitzer Hochebene (Wysoczyzna Żarnowiecka), das saubere Wasser sowie die historischen Ereignisse, die für immer das kulturelle Landschaftsbild der Region verändert haben, bewirken, dass man sich dem Zauber dieses Orts nicht entziehen kann.

In der Zwischenkriegszeit fand sich der Zarnowitzer See auf der Grenze der 2. Republik Polen und Deutschlands ein. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs, als Polen die Souveränität wiedererlangte, fielen der gesamte See zusammen mit dem Dorf Nadole /Nadolle/ aufgrund der Entscheidung des Internationalen Demarkationsausschusses Polen zu. Nadole wurde zur Insel des Polentums in deutscher Umgebung und war mit Polen lediglich über den See verbunden. Eine Hinterlassenschaft aus dieser Zeit ist die im Juli stattfindende Pilgerfahrt zu Fuß und über Wasser zur St.-Anna-Kirchweih von Nadole nach Żarnowiec /Zarnowitz/.

In den 80-er Jahren des 20. Jahrhundert sollte am Ufer des Zarnowitzer Sees der Polens erste Atommeiler Żarnowiec entstehen. Im Jahre 1990 wurde der Bau nach zahlreichen Protesten der Ökologen und Einwohner der Region unterbrochen. Das Gebiet, auf dem sich einst die Ortschaft Kartoszyno befand und wo der Atommeiler entstehen sollte, wird gegenwärtig von der Pommerschen Sonderwirtschaftszone verwaltet.

Eine andere wichtige Investition am Zarnowitzer See ist das Polens größte Wasserpumpkraftwerk mit einer Leistung von 716 MW. Das Kraftwerk umfasst: ein künstliches oberes Wasserbecken mit einer Fläche von 122 ha mit über 14 Mio. m3 Wasserfassungsvermögen, 4 Rohrleitungen mit je einer Länge von 1100 m und einem Durchmesser von über 7 m, ein Kraftwerksgebäude, einen Zuflusskanal sowie ein unteres Becken, das vom Zarnowitzer See gebildet wird.


Foto: B. Trepiński, Starostwo Powiatowe w Wejherowie