Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Erzengel-Michael-Kirche in Starzyno

Zum Gebet in der Pfarrkirche ruft seit fünf Jahrhunderten immer dieselbe, gotische Glocke auf. Eine weitere, die auf das Jahr 1584 datiert wird, befindet sich im Turm über dem Erdgeschoß.

Die Pfarrei in Starzyno /Groß Starsin/ wurde gleich nach dem Jahre 1220 eingerichtet. In dieser Zeit gehörte das Dorf den Zisterziensern aus Oliwa /Oliva/ und blieb unter ihrer Verwaltung bis zur Säkularisation des Ordens nach dem Anschluss Pommerns an Preußen im Jahre 1772. 1583 wird eine Holzkirche erwähnt. Im Rahmen der Gegenreformationsbewegung war die Stiftung von Aleksander Kęskowski, dem Abt aus Oliwa, von Bedeutung. In den Jahren 1648-49 wurde eine gemauerte, dreijochige Saalkirche, mit einem mehrseitig abgeschlossenen Presbyterium und einem Turm erbaut. Im volkstümlichen Stil gehalten, weist sie sowohl Merkmale der Spätrenaissance, wie auch gotische Reminiszenzen auf. In der Arkade des Chorbogenbalkens aus der Zeit des Kirchenbaus befindet sich ein seltenes Polychromiegemälde mit dem Jüngsten Gericht. Die Komposition richtet sich nach dem Vorbild des Kupferstichs von Johan Sadeler nach Christoph Schwartz und bestätigt die bewusste Wahl des katechetischen Themas: die Gläubigen zu belehren, zu warnen, Ziele zu setzen. Der Hauptaltar und die Seitenaltäre setzen das katholische, dogmatische Programm von der Rolle der Gottesmutter bei der Erlösung um. Im Jahre 1652 konsekrierte Bischof Mikołaj Krasicki das Gotteshaus. In den Jahren 1686-1888 diente die Kirche als Filialkirche von Mechowo /Mechau/. Ihre Turmspitze mit einer Fahne mit dem Datum 1817 zeugt davon, dass sich die Einwohner ständig und aufopferungsvoll um die Kirche kümmerten.