Gdynia /Gdingen/ eine Stadt, die aus der See und den Träumen der Vorkriegsgeneration der Polen hervorgegangen ist,  wie es der polnische Schriftsteller aus dieser Zeit, Stefan Żeromski, zu sagen vermochte: „… ein Meisterstück, das in Holz, Stein, Beton und Eisen geschaffen wurde – dieses übermächtige Drama, das zu zeigen vermag, wie dem Meer sein Wasser, Kraft, Tiefe und Macht entrissen wird…“. Heute stellt es eine moderne und sich dynamisch entwickelnde Stadt mit einer modernen Architektur und ihrer zur See hin ausgerichteten Wirtschaft dar.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Kościuszki Boulevard und Südmole

Kościuszki Boulevard und Südmole

     Der Kościuszki Boulevard und seine Verlängerung in Form der Südmole sind ohne Zweifel eine Visitenkarte von Gdynia /Gdingen/. Das ganze Jahr über gibt es hier Unmengen von Spaziergängern und in der Sommersaison erlebt diese Flaniermeile eine regelrechte Belagerung. Es ist ja auch kein Wunder, denn das maritime Ambiente ist hier auf Schritt und Tritt zu spüren.

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Am Kościuszki Boulevard befindet sich das große Hotel Gdynia und unweit von ihm das Danuta-Baduszkowa-Musiktheater. Auf der anderen Seite des Boulevards kann eines der größten modernistischen Gebäude bewundert werden, in dem sich noch vor über ein Dutzend Jahren ein Kino befand. Daneben erheben sich die Gebäude des Befehlsstabs der Kriegsmarine der Republik Polen. Beim Überqueren der Waszyngtona Straße gelangen wir an Gemini - das Freizeit- und Kulturzentrum mit einem Multikino. Dahinter erhebt sich der Turm Sea Towers, der die gesamte Umgebung überragt, in den Jahren 2003-2006 errichtet wurde und das höchste Büro- und Wohngebäude im Dreistädteverbund stellt. Direkt am Kościuszki Boulevard befinden sich auch zahlreiche Denkmäler z.B. zu Ehren des Polnischen Matrosen 1939-1945, der Polnischen Streitkräfte im Westen, der Polnischen Heimatarmee, unter welchen die wichtigsten Staatsfeiern veranstaltet und Blumenkränze niedergelegt werden.

Die Südmole, die Verlängerung des Kościuszki Boulevards, ist in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden. Gegenwärtig ist es das Touristen- und Freizeitzentrum von Gdynia. Es ist die Anlegestelle des ORP "Błyskawica", eines Zerstörers, der im 2. Weltkrieg eingesetzt wurde und der nun in ein Museum verwandelt wurde, sowie des Museumsschiffs "Dar Pomorza". Von der Ufermauer an der Südmole legen Schiffe sowie die Wasserstraßenbahn ab, die in der Sommersaison nach Gdańsk /Danzig/ und Hel fahren. Auf der anderen Seite der Mole befinden sich das Gdinger Aquarium sowie das modernistische Gebäude der Seeakademie. In der Nachbarschaft liegt die Gdinger Marina mit festvertäuten Jachten. Es handelt sich dabei um den größten Jachthafen der polnischen Küste. Die Mole endet mit dem Denkmal zu Ehren von Joseph Conrad Korzeniowski und einer Allee mit Gedenkplatten der jeweiligen Gdynia besuchenden Passagierschiffe.

Das gesamte Gelände bildet ein einzigartiges Seeforum, das eine besondere Sehenswürdigkeit und Visitenkarte der Stadt darstellt. An dieser Stelle, wie nirgendwo sonst an der polnischen Küste, spürt man die besondere Verbindung mit der See.

tłum. EuroInterpret D. Moser