Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Johanniskirche in Danzig

Die Johanniskirche ist ein gotischer Bau, der in der Rechtsstadt (Główne Miasto) in Danzig errichtet wurde. Sie zählt zu den wertvollsten historischen Objekten der Stadt.

1995 entstand hier infolge der Übereinkunft zwischen dem Ostseekulturzentrum und der Danziger Erzdiözese das Johanniszentrum.

Die erste Erwähnung über die kleine Johanniskapelle stammt von 1358. Um ca. 1360 wurde der Bau eines dreischiffigen Gotteshauses in Angriff genommen. Die Bauarbeiten wurden Anfang des 15. Jahrhunderts abgeschlossen. Im Jahre 1415 entstanden das neue Presbyterium und das Querschiff. Es wurde damit begonnen, den Turm aufzustellen, was jedoch unterbrochen wurde, nach dem der Deutschritterorden ein Verbot der Errichtung von hohen Gebäuden in der Nähe der Burg ausgesprochen hatte. Der Bau der Gewölbe und des Turms wurde während des Dreizehnjährigen Kriegs abgeschlossen. Damals wurde auch die Form der Kirche bestimmt, die bis heute beibehalten wurde. Nachdem Danzig wieder an Polen angeschlossen wurde, hat der Bischof von Kujawien, Jan Gruszczyński, die Stadt in 6 Pfarreien unterteilt. So wurde das Gotteshaus zu einer Pfarrkirche. Im 15. und 16. Jahrhundert haben Handwerkerinnungen, vermögendere Familien und Bruderschaften insgesamt 13 Altäre gestiftet, die u.a. der Heiligen Jungfrau Maria, dem Heiligen Kreuz und dem heiligen Jakob gewidmet wurden.

Es entstand ein Problem, als das zu schwere Gotteshaus, das zu schwache Fundamente aufwies, damit begann, auf dem instabilen Grund unregelmäßig einzusinken. Die Instabilität des Bauwerks wurde durch die zu tiefen Bestattungen noch verstärkt. Die Konstruktion wurde mehrmals verstärkt.

Im 17. Jahrhundert ist an der Nordseite des Querschiffs eine Bibliothek entstanden, die von Zacharias Zappio, einem bekannten Philantropen, gestiftet wurde. Er war auch Sponsor und Bauherr dieser Kirche. Nach dem Tode seiner geliebten Tochter Adelgunde verwendete er sein Vermögen weiterhin für karitative Zwecke.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Johanniskirche zu einem lutherischen Gotteshaus. An Stelle der Altäre wurde ein großer Renaissancehauptaltar aus grauem Sandstein aufgestellt, der 12 m hoch war und dem Johannes dem Täufer gewidmet wurde.

Die Kirche brannte im März 1945 ab. Die Mauern wurden zwar beschädigt, sind jedoch erhalten geblieben, genauso wie der Großteil der Kunstwerke, die zuvor aus dem Gotteshaus weggeschafft wurden. Nach dem Krieg wurden in seinem Innern Skulpturenfragmente beherbergt, die in den Ruinen gefunden wurden, damit diese nach ihrer Identifizierung zum Wiederaufbau der Danziger Rechtstadt verwendet werden konnten.

Ende der sechziger Jahre wurde der Turm wiederaufgebaut und in den achtziger Jahren wurden die Gewölbe rekonstruiert. Der Fußboden wurde verstärkt, wo vielleicht schon bald die restaurierten Grabplatten zurückkehren werden. Zwar ist der Wiederaufbau noch nicht abgeschlossen, die heiligen Messen werden jedoch bereits seit 1998 in der Kirche sonntags und an Feiertagen abgehalten. Eine große Anzahl der historischen Ausstattungsobjekte dieser Kirche befinden sich in anderen Danziger Gotteshäusern. In der Marienkirche befindet sich der Prospekt mit dem Orgelchor. Nach und nach kehren die Kunstgegenstände in die Johanniskirche zurück. Im Dezember des vergangenen Jahres wurde der Geländer übergeben, der einst an der Treppe zur Bibliothek von Zappio stand.

Im Jahre 1995 entstand hier infolge einer Vereinbarung zwischen dem Ostseekulturzentrum und der Danziger Erzdiözese das Johanniszentrum. Das Ostseekulturzentrum hat sich verpflichtet, den Wiederaufbau des zerstörten Objekts zu verwalten, damit hier ein Ort eingerichtet werden kann, der die Funktion eines Konzertsaals und eines Ausstellungssaals übernehmen kann. Hauptzweck der Kulturtätigkeit, die hier betrieben wird, stellt die Einrichtung eines Orts, an dem unterschiedliche Projekte und Kunstunterfangen umgesetzt werden, eines Orts, der sowohl Künstlern, als auch Kunstempfängern dient, eines Orts, wo der Einklang zwischen dem kulturhistorischen Erbe und der Modernität hergestellt wird.