Gdynia /Gdingen/ eine Stadt, die aus der See und den Träumen der Vorkriegsgeneration der Polen hervorgegangen ist,  wie es der polnische Schriftsteller aus dieser Zeit, Stefan Żeromski, zu sagen vermochte: „… ein Meisterstück, das in Holz, Stein, Beton und Eisen geschaffen wurde – dieses übermächtige Drama, das zu zeigen vermag, wie dem Meer sein Wasser, Kraft, Tiefe und Macht entrissen wird…“. Heute stellt es eine moderne und sich dynamisch entwickelnde Stadt mit einer modernen Architektur und ihrer zur See hin ausgerichteten Wirtschaft dar.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Hafen

Hafen

     Durch die Entscheidung des Sejms der Republik Polen von 1922 über die Errichtung eines Hafens in Gdynia /Gdingen/ ist dies das offizielle Datum der Haffenöffnung. Die Arbeiten wurden jedoch 1920 aufgenommen, als Ingenieur Tadeusz Wenda geschickt wurde, um den günstigsten Standort für den Hafenbau zu finden.

Am ausgewählten Standort entstand in den Jahren 1920-1930 "Vorläufiger Kriegshafen und Schutzraum für Fischer". Danach wurden Arbeiten zur Errichtung des eigentlichen Hafens aufgenommen. In den dreißiger Jahren wurde er zu einem bedeutenden europäischen Hafen, 1933 überstieg die Anzahl der exportierten Ladungen in Gdynia die Anzahl des Danziger Hafens. Im Jahre 1935 verfügte der Hafen über alle Ufermauern und Becken. Die Hafentiefe erreichte 12 m und ermöglichte die Aufnahme größter Schiffe. Außerdem besaß der Hafen eine Werft, einen Getreidekran, eine Reismühle und die weltweit zweitgrößte Kühlraumanlage. Es wurde vor allem Kohle und Holz exportiert für welche die skandinavischen Staaten die Hauptabnehmer waren.

Der Gdinger Hafen wurde in den dreißiger Jahren auch zu einem Passagierhafen. 1931 wurde der Seebahnhof errichtet, wo Emigranten abgefertigt wurden, die u.a. nach Südamerika fuhren.

Die dynamische Entwicklung des Hafens wurde abrupt vom 2. Weltkrieg angehalten, während dessen der Hafen als Basis für die deutsche Kriegsmarine diente. Dies führte zu seiner Zerstörung durch Bombenangriffe der Alliierten. Das Kriegsende brachte große Zerstörungen an der Hafenausstattung und Hafenarchitektur, die Hafeneinfahrt wurde von zwei versenkten deutschen Kriegsschiffen blockiert.

Nach dem Krieg musste der Hafen zunächst freigeräumt und entmint werden, bevor er in Betrieb genommen werden konnte. Danach wurde mit dem Wiederaufbau der Ufermauern und der Hafeninfrastruktur begonnen. Bis Ende 1949 wurden die meisten Arbeiten abgeschlossen und im Jahre 1951 wurde das den Hafen blockierende Schiff Gneisenau geborgen. Mit dem Wiederaufbau wurde der Hafen modernisiert. In den sechziger Jahren erreichte der Hafen die Anzahl der vor dem Krieg umgeschlagenen Ladungen und wurde zum Hauptverladeort für Getreide. Die historische 500 Millionste Tonne wurde am 15. Januar 2005 umgeladen. Gegenwärtig entwickelt sich der Hafen weiter, die Ufermauern werden modernisiert, außer Handelsschiffen werden auch große Kreuzfahrtschiffe empfangen.


tłum. EuroInterpret D. Moser