Die Adelshöfe und die Schlösser von reichen pommerischen Familien sind eines der Merkmale unserer Region. Fast an jeder Ecke unserer Wojewodschaft sind Landgüter anzutreffen, deren Besitzer die berühmten Familien Krokowski, Przebendowski, von Massow, Wejher, von Puttkamer oder von Below waren. Besonders reich an alten Gutshöfen sind die nördliche Kaschubei und das Stolper Land. Dort blieben zahlreich die prächtigen, von historischen Wirtschaftshäusern umgebenen Sitze, mit weiten, nicht selten an gut gewachsenen mehrhundertjährigen Bäumen reichen Parks. Ein Teil davon gerät leider allmählich in Vergessenheit. Sie besitzen jedoch ihren zweifellosen Charme, der fasziniert und es für eine Weile möglich macht, in die längst vergangenen Zeiten einzutauchen, und deshalb erfordern sie sofortige Hilfe. Glücklicher Weise existiert auch eine beträchtliche Reihe an Objekten, die ihren alten Glanz wiedererlangt haben und heute Gäste, nicht nur aus Polen, sondern auch aus dem Ausland anziehen und zusammen ein beliebtes Tourismusprodukt bilden.

 

     Entdecken Sie die pommerischen Adelshöfe und Schlösser, ihre reiche Geschichte und die unglaublichen Schicksale ihrer alten Eigentümer.

Gutshof in Salino

Der Gutshof in Salino /Saulin/ ist ein landesweit einzigartiges Erkergebäude, das auf dem Plan eines Rechtecks errichtet und mit einem Mansardenstrohdach bekrönt wurde. Hier finden jeder seine Ruhe und Erholung.

Das Landgut in Salino entstand dank dem damaligen Dorfeigentümer, dem Adligen Boain Solicki gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Leider hat der Ideengeber das Ende der Bauarbeiten nicht mehr erleben können. Der neue Eigentümer, der Marienburger Starost Michael Ernst, von Rexin richtete nach Abschluss der Bauarbeiten hier einen Ort für arme Familienangehörige ein, damit diese hier ihren Lebensabend verbringen können. Auf dem nahegelegenen Friedhof ist die Familiengruft der Familie von Rexin entstanden, wo sich ihre Familiensärge befinden. Das restaurierte Gebäude erfüllte bis vor Kurzem die Funktion eines Leichenhauses.

Der 2. Weltkrieg erwies sich als sehr ungünstig für das Gutshaus, das verwüstet wurde. In den Jahren 1972 - 1975 ist es wieder aufgebaut worden und bestach mit seiner authentischen Ausstrahlung, jedoch auch nicht für lange. Im Jahre 1987 brach auf dem Gutshofgelände ein großes Feuer aus, das alle Objekte verschlang. Seine einstige Pracht erlangte der Sauliner Gutshof erst im Jahre 1994 wieder. Seit 2004 befindet er sich in privater Hand. Der Eigentümer hatte den Gutshof aus dem 17. Jahrhundert in ein Ferienbauernhof umgewandelt. Den Gästen stehen 5 Aufenthaltsräume im Erdgeschoss sowie 5 Schlafzimmer im Obergeschoss zur Verfügung. Das Gebäudeinnere schmücken Öfen aus dem 19. Jahrhundert, eine Hochzeitskiste sowie ein reich verzierter Nachttopf.

Wie jedes Gutshaus, so besitzt auch das von Salino seine eigene Legende, die besagt, dass an windigen Tagen von dem nahe gelegenen See eine Weiße Dame in einem Hochzeitskleid hervorkommt. Die Erscheinung tritt an das Gutshaus heran und ruft nach ihrer Großmutter, die sie um Vergebung anfleht. Die Geschichte besagt, dass eine der Töchter von Rexins sich unglücklich in einen preußischen Junker verliebt habe. Die Großmutter, eine aufrichtige Patriotin, sei für die polnischen Werte eingestanden und habe ihrer Enkelin den Segen versagt wie auch gegen den Junker einen Fluch ausgestoßen. Das Liebesdrama habe nicht lange auf sich warten lassen… während einer Hochzeitspferdeschlittenfahrt sei das Eis eingebrochen und der dunkle See habe die beiden Verliebten verschlungen. Interessanterweise ist in den historischen Erwähnungen über Salino tatsächlich eine Pferdeschlittenfahrt genannt worden, bei der ein Gespann im Sauliner See versunken ist und am Inselufer sind Teile der Kufen und der Schlitten entdeckt worden…

tłum. EuroInterpret-D. Moser