Vom Reichtum und von der Verbundenheit der ehemaligen Pommernbewohner an den Wohlstand zeugen vor allem die bis heute aufbewahrten Bürgerhäuser sowie die Patritzenhäuser und –sitze. Gdańsk (Danzig) war unter dieser Hinsicht ein besonderer Ort, an dem die Bürgerhäuser einen der wertvollsten Bestandteile der Stadtarchitektur schufen. Die reichen Bewohner Danzigs bauten ihre Häuser mit besonderem Schwung und nahmen dabei die Dienste der berühmtesten Architekten und Bildhauer in Anspruch. Vom Ausmaß dieser Unternehmung kann die Tatsache zeugen, dass die polnischen Könige, die die Stadt am Fluss Motława (Motlau) besuchten, die Patritzenhäuser bewohnten, weil sie oft viel bequemer als die für die Könige bereitgestellten Gebäude (z.B. das Grüne Tor) waren. Somit können wir in Danzig die wundervollsten Beispiele von Bürgerhäusern landesweit bewundern. An interessanten historischen Häusern fehlt es auch nicht in anderen Städten: in Słupsk (Stolp), Chojnice (Konitz), Tczew (Dirschau) bzw. Wejherowo (Neustadt). Ein spezifisches Beispiel ist dagegen Gdynia (Gdingen), wo fast die ganze Innenstadt mit monumentalen, modernistischen Bürgerhäusern aus den 20-ger und 30-ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bebaut ist. Heute stellen sie ein großartiges Beispiel von diesem Stil europaweit dar. Zu erwähnen ist auch die Kurortarchitektur in Sopot (Zoppot) und Ustka (Stolpmünde), wo die eklektischen und Sezessionsgebäude ein einzigartiges Klima schaffen.


     Besichtigt man die pommerischen Städte, lohnt es sich auf die interessanten, oft einzigartigen Wohngebäude aufmerksam zu werden, die raffinierten Verzierungen und architektonischen Details zu entdecken, die einzelnen Stils zu erkennen und wie die Menschen über Jahrhunderte gelebt haben zu erfahren.

Schumannhaus (Connerthaus)

Adresse:

Ul. Długa 45

80-831 Gdańsk

Das Schumannhaus (Connerthaus), eins der schönsten Patrizierhäuser der Stadt, befindet sich an der Ecke der Długa Straße (Langgasse) und Ławnicza Straße (Matzkauschegasse) und wurde im Jahre 1560 im Renaissancestil errichtet.

Es wurde von Hans Connert gestiftet und hatte im Verlaufe seiner Geschichte mehrmals seinen Eigentümer gewechselt. Den Namen übernahm es von der Danziger Patrizierfamilie Schumann. Diese Familie stellte 5 Bürgermeister, 4 Königliche Burggrafen und 11 Ratsherren.


Von der Seite der Długa Straße (Langgasse) befindet sich an der Gebäudespitze die Jupiterstatue, etwas weiter unten sind die Diana - und die Apollostatue zu sehen, auf der Seitenfassade, von der Seite des Langen Markts (Długi Targ) befindet sich die Minervastatue. Im 18. Jahrhundert bekam das Bürgerhaus einen Rokokobeischlag. Seine Innenräume wurden mehrmals umgebaut. Im Jahre 1912 wurde die schöne Hausdiele in ein Café umgewandelt und in den Kellerräumen hat sich ein Tabakwarengeschäft eingefunden.


Im 2. Weltkrieg ist das Schumannhaus nicht weniger als andere Häuser der Rechtsstadt in Mitleidenschaft gezogen worden. Dank den Bemühungen der Stadtverwaltung, der Einwohner und der Danziger Touristenführer konnte das Patrizierhaus rekonstruiert werden. Seit dem beherbergte es zunächst die Polnische Landeskundliche Gesellschaft /poln. PTK/ und nun die Danziger Abteilung der Polnischen Touristisch-Landeskundlichen Gesellschaft /poln. PTTK/, eine Touristeninformationsstelle, Gästezimmer "Schumannhaus", die Redaktionsräume der Pommerschen Touristisch-Landeskundlichen Quartalszeitschrift "Jantarowe Szlaki" /Bernsteinrouten/, den Franciszek-Mamuszka-Kreis der Städtischen und Regionalen Touristenführer PTTK sowie andere Vereinigungen.


tłum. EuroInterpret D. Moser