Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Nikolaikirche in Danzig

Es ist eines der ältesten Gotteshäuser in Danzig, das Ende des 12. Jahrhunderts entstanden ist und das als einziges keinen Schaden im 2. Weltkrieg oder beim Einmarsch der Roten Armee davon trug.

Die Kirche wurde an der Kreuzung zweier wichtigen Handelsrouten errichtet: dem altertümlichen Handelsweg (Via Mercatorum) und dem Trakt, der vom Danziger Schloss nach Westen führt. Die Kirche diente sowohl der lokalen Bevölkerung, als auch den hierher zahlreich aus aller Welt kommenden Kaufleuten und Seeleuten (hl. Nikolaus war im Mittelalter gerade ihr Schutzpatron).


Am 22. Januar 1227 hat der Herzog Swantopolk den Dominikanern, die gerade erst nach Polen kamen, die Kirche übergeben. Sie begannen sofort mit der intensiven Seelsorgearbeit sowohl in der Stadt, als auch im nahegelegenen Preußenland. An der ausgebauten Kirche ist ein Kloster entstanden, wo schon bald fast zweihundert Ordensbrüder gelebt haben.


Im Jahre 1260 hat Papst Alexander IV. den Danzigern Dominikanern einen vollständigen Ablass zum 04. August erteilt. Seit dem begannen Pilger nach Danzig zu kommen und der Stadtrat begann an diesem Tag den Dominikaner Jahrmarkt zu veranstalten.


Als Gdańsk im Jahre 1308 unter die Herrschaft des Deutschritterordens fiel, begann damit ein neues Kapitel in der Geschichte der Nikolaikirche. Für die sich dynamisch entwickelnde und reicher werdende Stadt hat sich das bisherige Gotteshaus als zu klein erwiesen. Die Dominikaner haben eine neue Kirche gebaut, die bis heute erhalten blieb. (Die Überreste der ursprünglichen romanischen architektonischen Anordnung befinden sich unter der Markthalle). Ihre Kapelle wurde vom Deutschritterorden gestiftet.


Die dramatischste Zeitperiode der Geschichte des Sakralobjekts wird auf das 16. Jahrhundert, das Reformationszeitalter, datiert. Die Kirche wurde während der Tumulte mehrmals zerstört und geplündert. Die Mönche wurden aus dem Kloster vertrieben, einige von ihnen haben ihr Leben verloren… Im Jahre 1578 kehrten sie zum Kloster zurück und übernahmen die Seelsorge an der katholischen Bevölkerung des immer mehr protestantisch werdenden Danzig. Seit dieser Zeit beginnt eine erneute Blütezeit von "Nikolaus". In den Klostermauern leben immer mehr Mönche, das intellektuelle Leben und das Predigertum erblühen. Die Kirche erhält neue schöne Einrichtung (Hauptaltar, Chorgestühl, Kanzel, Orgel). Von der Bedeutung des Gotteshauses zeugen regelmäßige Besuche polnischer Könige während ihrer Aufenthalte in Danzig. In der Dominikaner Kirche erhielt der schwedische König Sigismund Wasa im Jahre 1587 die Wahlurkunde als polnischer König.


Die Blütezeit des Kloster (und Danzigs) endet mit der Teilung Polens und später mit den napoleonischen Kriegen. Dieser gotische Bau blieb als einziger vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg verschont. Eine der Legenden besagt, dass die Nikolaikirche von den sowjetischen Soldaten, die Danzig niedergebrannt haben, wegen ihres Schutzpatrons verschont worden ist, der von den orthodoxen Russen mit besonderem Kult bedacht wird. Eine andere Theorie besagt, dass der damalige Gemeindepfarrer die Rotarmisten mit dem Alkoholvorrat des Kirchenkellers bestochen habe, worauf diese die Kirche nicht geplündert und niedergebrannt hätten.


Im April 1945 tauchten in Danzig (nach 112 Jahren Abwesenheit) erneut Dominikanermönche auf und ließen sich hier nieder. Sie kamen hauptsächlich von Lemberg her, das von den Polen verlassen wurde und brachten von dort die mittelalterliche Ikone der Siegreichen Gottesmutter, der Schutzpatronin dieser Stadt (die sich bis heute in der Kirche befindet) mit.


In Danzig begannen die Dominikaner mit der Seelsorge für die in der Stadt immer zahlreicher werdende polnische Bevölkerung. Die Pfarrei, die sie erhalten haben, umfasste einen größeren Stadtbereich. Mit der Zeit, als neue Pfarreien entstanden, konnten die Mönche sich auch anderen Arten der Seelsorge widmen, die mehr mit ihrer Ordensbestimmung zu tun hatte.


Im Kircheninnern ist eine reiche gotische, Renaissance-, barocke und Rokokoinneneinrichtung erhalten geblieben. Trotz der Tatsache, dass der Schutzpatron der Kirche auch den Schutzpatron der Seeleute darstellt, gibt es in der Kirche nicht allzu viele Seemotive. Die Kunst der Spätrenaissance offenbart vor allem der reich verzierte, fünfstöckige Hauptaltar von 1643.


Die älteste Grabplatte gehört dem aus Thüringen stammenden Ritter Caspar Wulfstein. Unter den Heiligengestalten, die auf dem Hauptaltar der Kirche abgebildet wurden, befinden sich neben dem heiligen Nikolaus auch drei Polen: Hyazinth Odrowąż und sein Bruder Ceslaus, die ersten polnischen Dominikanermönche, sowie Stanislaus Szczepanowski, Bischof und Märtyrer; drei Spanier: Dominik Guzmann, der Gründer des Dominikanerordens, Thomas von Aquin, der Kirchendoktor, Reimund aus Penyafort, der Fortführer der Dominikanermission, sechs Italiener: Giovanni Bernardone, besser bekannt als Franz von Assisi, Agnes aus Montepulciano und Katharina von Siena, Peter aus Verona, der italienische Inquisitor und Märtyrer, Antonius Pierozzi aus Verona, Erzbischof und Dominikanermönch, sowie ein Tscheche Adalbert Sławnikowic, Bischof, Missionar und Märtyrer.


Auf der Grünanlage in der Nähe der Kirche, zwischen den Straßen Świętojańska (Johannisgasse) und Szeroka (Breitgasse) wurde 2010 ein Denkmal des Danziger Herzogs Swantopolk II. des Großen aufgestellt. Auf dem Denkmal wurde eine kaschubische Inskription angebracht: "Zrzeszonëch naju nicht nie złómie" - eine Anknüpfung an die Legende über die kaschubische Herkunft des Herzogs und der gesamten Dynastie, welche die Pommerellen im 12. und 13. Jahrhundert beherrschte. Die Art der Fürstendarstellung rief die Bezeichnung des Monuments als "Wikingerdenkmal" hervor.

Źródło: www.gdansk.dominikanie.pl/kosciol_historia.html,

www.gdansk.pl/turystyka,1387,18239.html (autor A.Masłowski)

Foto: M.Bieliński, Dep. Turystyki, UMWP