Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Königliche Kapelle

Adresse:

Ul. Św. Ducha 42

80-803 Gdańsk

Kontaktdetails:

Tel. 58 301 67 55

Die Königliche Kapelle bildet das einzige barocke Sakralarchitekturobjekt, das in der Rechtsstadt (Główne Miasto) errichtet wurde.

Ihre Entstehung wird auf die 1678 - 1681 datiert. Zunächst konnten sowohl Lutheraner als auch Katholiken die Marienkirche nutzen, Lutheraner beteten am Nikolausaltar, wogegen der katholische Pfarrer seine Messen vor dem Hauptaltar las. Ende des 16. Jahrhunderts haben jedoch die Protestanten das gesamte Objekt übernommen und die Anhänger der katholischen Konfession mussten in die Räume des Pfarrhauses weichen. Diese in ihrer Form außergewöhnliche Kirche mit einer Zentralanordnung wurde für den Bedarf der Danziger Katholiken erbaut, die nach einem Gebetshaus suchten, das ihre wiedererstandene Glaubensgemeinschaft in der Stadt fassen könnte, nachdem ihnen durch die Lutheraner das Recht auf Messen in der Marienkirche verwehrt worden ist.


Bei einem Besuch von Johann III. Sobieski im Jahre 1677 in Gdańsk verstarb der Primas Andrzej Olszowski. In seinem Testament verfügte er 80 Tsd.Gulden für die Errichtung einer neuen Kapelle. Der König gab aus eigener Schatulle 20 Tsd. hinzu und ermöglichte somit den Baubeginn der neuen Kapelle, die zu seinen Ehren als die Königskapelle bezeichnet wurde.


Die Kapelle wurde auf einem Grundstück, das an das Pfarrhaus von der Św. Ducha Straße (Heilige-Geist-Gasse) angrenzte, wo früher 5 Häuser standen, die der Kirche gehörten. Der drei Jahre währende Bau wurde am 10. Mai 1681 abgeschlossen. Der Bauentwurf stammte von Tylman van Gameren, dem Hofarchitekten von Johann III. Sobieski, die Inneneinrichtung wurde von Andreas Schlüter dem Jüngeren entworfen.


Im Jahre 1945 brannte das Kapelleninnere aus, die Mauern des Westhauses wurden bis auf das Erdgeschossniveau zerstört. Das einzige Element der Inneneinrichtung aus der Vorkriegszeit, das erhalten geblieben ist, sind die Fresken an der Kuppel aus dem 19. Jahrhundert. In den Jahren 1946-48 wurde die Kapelle restauriert und nach ihrer Sanierung erfolgte eine komplexe Konservierung der Fassaden und der Dächer.


Die vor ein paar Jahren erneuerte Königskapelle präsentiert sich am besten von der Grobla Straße aus, wo eine Kartusche mit dem Wappen der Polen-Litauen Union und Janina - dem Wappen Königs Johann III. Sobieski, besondere Aufmerksamkeit verdient.

Autor: B.Barski, Dep. Turystyki, UMWP

Foto: R.Baranowski, Dep. Turystyki, UMWP