Katholische, protestantische, mennonitische, jüdische oder orthodoxe Friedhöfe, aber auch Militärfriedhöfe. In die Grabsteine wurde die stürmische Geschichte der Region gemeißelt.

Friedhof der Mennoniten in Stogi Malborskie

Stogi /Heubuden/ ist ein Dorf, das 1562 in Gebiet Gross-Werders (Żuławy Wielkie) gegründet wurde und bereits 3 Jahre später niederländischen Siedlern, den Mennoniten, verpachtet wurde.

Die Mennoniten gehören einer religiösen Bewegung an, die im 16. Jahrhundert in den Niederlanden entstanden ist. Mitte des 16. Jahrhunderts wurden Mennoniten verfolgt, weswegen sie zur Auswanderung in andere europäische Staaten gezwungen wurden. In jener Zeit war Polen eines der tolerantesten Staaten Europas, weshalb die Mennoniten sich hier gerne niederließen. Sie bewohnten hauptsächlich das Gebiet Werders, wo sie sich auf den trockengelegten fruchtbaren Böden der Landwirtschaft, dem Bau von Wasserkanälen sowie niederländischen Windmühlen widmeten.


Im Jahre 1820 bewohnten 301 Personen das Dorf, wovon 202 Mennoniten waren, wogegen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Stogi von 154 Katholiken und Protestanten sowie von 176 Mennoniten bewohnt wurde. Wegen der großen Anzahl der niederländischen Siedler ist in der Ortschaft das sog. Gebetshaus entstanden, es ist auch der Mitte des 18. Jahrhunderts gegründete Friedhof bis heute erhalten geblieben.


Es handelt sich um einen der schönsten mennonitischen Friedhöfe im Gebiet des Werders, wo auf einer Fläche von 2,6 ha 260 Einzel-, Doppel- und Kindergrabumrahmungen, 78 Stelen, die für die mennonitische Kultur charakteristisch sind, sowie sonstige Kreuze, Tafeln und Grabstellen zu finden sind.


Bei einem Friedhofsspaziergang sollte der Cippus von Abraham Regier, der mit einer Urne abgeschlossen wird und sich vom Eingang aus auf rechter Seite befindet, beachtet werden. Die Mehrheit der hier befindlichen Stelen ist mit einer dreieckigen Überdachung abgeschlossen. Die Stelen sind reich mit christlicher Ornamentik verziert, die an den Glauben, die Wiederauferstehung, ewiges Leben oder Pflanzenelemente anknüpft. Bis heute können wir den Grabplatten viele Informationen über die Verstorbene, ihre ausgeübten Ämter, Wohnorte und Familiengröße entnehmen. Auf der Rückseite der Stelen befand sich ein ausgewähltes Bibelzitat oder ein gereimtes Epitaph.


Am Ende des Friedhofs befinden sich 5 Stelen, die vom aufgelösten Friedhof in Lasowice Wielkie /Groß Lassowitz/ stammen.


Ein Cippus ist ein Grabmal in Form eines Quaders, das mit einer Vase oder Urne, manchmal auch mit einem hohen nach oben enger werdenden Obelisk abgeschlossen wird.