Tucheler Heide per Kajak

Tucheler Heide per Kajak

Kajakparadies – so kann man in Kürze die Kajakrouten in der Tucheler Heide beschreiben. Wilde Natur, malerische Ortschaften, interessante hydrotechnische Baudenkmäler und wechselnde Formen verschiedener Flussabschnitte – all das macht das Paddeln durch den Nationalpark zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Der Fluss Brda (Brahe)

Die Brda gehört zu den beliebtesten Kajakstrecken Polens. Sie eignet sich auch hervorragend für Personen, die ihr Abenteuer mit dem Kajak erst beginnen. Zu ihren Vorteilen zählen nicht nur die langsame und hindernisfreie Strömung, sondern vor allem die Schönheit der Tucheler Heide. Auf diesem Fluss kann man sich nicht langweilen. Sie ist schön und wechselhaft. Sie mäandert schläfrig durch Wald und Feld, um sich im nächsten Augenblick in einen lebhaften Fluss mit steilen Ufern zu verwandeln.

In ihrem oberen Abschnitt erscheinen von Zeit zu Zeit leichtüberwindbare Hindernisse. Die Strömung ist hier etwas schneller, weil sie in einem schmalen Flussbett fließt. Vor der Anfahrt auf den Szczytno-See kann man Reiher und Kormorane beobachten, die in dieser Gegend zahlreich vorkommen. Der mittlerer Flussabschnitt (im Sommer stark belagert) ist besonders ruhig und perfekt für Familienfahrten und ruhige Erholung auf dem Wasser. Der Fluss fließt hier langsam und breitflächig. Der letzte Abschnitt der Route ist zwar, aufgrund der größeren Neigung des Flusses, für eine schnellere Strömung bekannt, gilt jedoch trotzdem als leicht zu befahren.  

Die Brda ist sehr gut gekennzeichnet und verfügt in ihrer Umgebung eine hervorragende Infrastruktur für Touristen, die dort eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Sie ist einer der am besten bewirtschafteten Flüsse in Polen. Ihre zahlreichen Zuflüsse können als Ergänzung der Hauptkajakroute dienen oder für eine Extraroute an anderem Tag genutzt werden. Unter ihnen sind Lipczynka und Ruda zu empfehlen. 

Die Damm Mylof, fot. UMWP

Die Brda-Route: 233 Km
Dauer: 10 Tage
Vorgeschlagene Strecke: Świeszyno – Fordon (Bydgoszcz/Bromberg)
Schwierigkeitsgrad: oberer Abschnitt-mittelschwer, mittlerer und unterer Abschnitt-leicht

Zuflüsse:  Zbrzyca, Chocina, Wielki Kanał Brdy, Ruda, Lipczynka
Anzahl der Portagen: 5

Vorgeschlagene Etappen:

1. Świeszyno – Nowa Brda (25 Km)
2. Nowa Brda – Przechlewo OSiR (26 Km)
3. Przechlewo OSiR – Małe Swornegacie (25 Km)
4. Małe Swornegacie – Mylof (28 Km)
5. Mylof – Woziwoda (28 Km)
6. Woziwoda – Świt (23 Km)
7. Świt – Sokole Kuźnica (20 Km)
8. Sokole Kuźnica – Samociążek (22 Km)
9. Samociążek – Janowo (13 Km)
10. Janowo – Bydgoszcz (23 Km)

Der Große Brda-Kanal

Eine Paddeltour auf dem Großen Brda-Kanal oder auf der Czerska Struga stellt eine Alternative dar, einen Teil der Brda-Kajakroute zu überwinden. Sie scheint zwar ziemlich monoton, erlaubt jedoch die Schönheit und die Stille der weitläufigen Tucheler Heide - seit kurzem mit dem Status eines Weltbiosphärenreservats - in vollen Zügen zu genießen. Interessant ist auch die Geschichte des Kanals selbst, der von der damaligen preußischen Regierung in der Mitte des XIX Jhds. Erbaut wurde, um die trockenen Gebiete der Tucheler Heide zu bewässern.

Diese Route ist sehr leicht und ihre größten Sehenswürdigkeiten sind die ungewöhnlichen hydrotechnischen Baudenkmäler. Der Polens älteste Wasserstaudamm  Mylof, der 1848 erbaut wurde und die Gewässer der Brda auf 12 m Höhe staut. Der Aquädukt in Fojutowo, der das Wasser des Kanals über dem der Czerska Struga leitet und aus dem Jahre 1849 stammt. In der Nähe gibt es ein Touristenzentrum und einen Aussichtsturm. Die interessanteste Variante einer Paddeltour ist folgende Kombination: über den Kanal bis Fojutowo (12 Km), danach 7 Km auf der Czerska Struga bis zu ihrer Mündung in die Wda und über die letzte bis der Ortschaft Gołąbek (7 Km). Czerska Struga ist auch auch flößbar und 16 Km lang (von der Tuchola-Brücke unterhalb von Czersk) Unterwegs kommt man noch durch ein interessantes Florareservat – Eiben an der Czerska Struga.

Umgebung Fajutowo, fot. UMWP

Großer Brda-Kanal: 28 Km
Dauer: 1Tag
Vorgeschlagene Strecke: Konigort – Fojutowo – Zielonka/Gołąbek
Schwierigkeitsgrad: leicht
Anzahl der Portagen: 2

Chocina

Die Chocina-Route überrascht. Auf den ersten Blich passiert hier nichts Besonderes, doch dieser Fluss und seine Umgebung haben das gewisse Etwas, das man fühlen, erleben und verstanden haben muss. Die ruhige Strömung führt das Kajak meistens durch Wiesen und Felder und am Ufer leisten einem nur einzelne Bäume Gesellschaft. Oft sieht man über dem Wasserspiegel hängende Stege und Brücken, die die Monotonie der Paddeltour stören und meistens auch ohne Aussteigen zu bewältigen sind.  Die Momente, in denen man durch kurze Waldabschnitte fährt, lassen selbst den erfahrenen Kajakfahrer, der schon einiges gesehen hat, die Luft anhalten und vor Bewunderung erstarren. Außergewöhnlich ist auch der letzte Abschnitt der Route, auf dem man die Orientierung verlieren kann. Der Fluss mäandert so stark, dass beim Paddeln durch die Felder mit mehreren Begleitern man den Eindruck haben kann, dass jeder von ihnen in eine andere Richtung fahren würde.

Zielona Chocina, fot. UMWP

Chocina-Route: 24 km
Dauer: 1Tag
Vorgeschlagene Strecke: Zielona Chocina – Swornegacie
Schwierigkeitsgrad: leicht
Anzahl der Portagen: 4

Zbrzyca

Zbrzyca, die als schönster Zufluss der Brda gilt, begeistert mit ihren Waldlandschaften und unglaublicher Vielfalt. Die Route führt uns in eine magische Welt der Natur, die von Menschenhand unangetastet blieb und als Zaborski - Landschaftspark geschützt wird. In ihrem Verlauf machen die malerischen Wälder ab und zu Platz den langen und schmalen Rinnenseen. Ihre Quelle befindet sich im Małe Sarnowicze-See, die Paddelroute soll jedoch am besten am Somińskie-See beginnen. Der obere Flussabschnitt ist etwas schwierig wegen des schmalen Flussbetts und vieler Portagen. Doch im weiterem Verlauf, von der Ortschaft Parzyn beginnend, ist die Landschaft atemberaubend, ähnlich wie im letzten Abschnitt, wo der Fluss sehr breit wird und in den Wityczno-See mündet, der gleichzeitig die Verbindung mit der Brda ist. Man soll jedoch bedenken, dass bei niedrigem Wasserstand unter Umstünden das Kajak über kurze Strecken gezogen werden muss.

 

Swornegacie, fot. UMWP

Zbrzyca-Route: 41 Km
Dauer: 2–3 Tage
Vorgeschlagene Strecke: Sominy – Swornegacie
Schwierigkeitsgrad: oberer Abschnitt – leicht, aber umständlich (Portagen, Untiefen), mittlerer und unterer Abschnitt – leicht
Anzahl der Portagen: 5

Vorgeschlagene Etappen:

1. Sominy – Kaszuba (14 Km)
2. Kaszuba – Laska (13 Km)
3. Laska – Witoczno (14 Km) 

Czernica und Biała

Czernica, mit einer Laenge von ca. 56 Km, sowie ihr Zufluss Biała (ca. 30 Km), bilden zusammen eine sehr  attraktive Paddelroute, die noch ziemlich unbekannt ist. Beide Flüsse sind Zuflüsse der Gwda und fließen durch unglaublich wilde und stark bewaldete Gebiete. Diese Routen sind ideal für erfahrene Kajakfahrer, die Stille und Waldbiwaks mögen. Das brausend fließende Wasser und zahlreiche Baumstämme mitten im Fluss lassen keine lange Weile aufkommen. Die Paddeltour beginnt man am besten in Sporysz, denn weiter oben (ab der Brücke in Pieniężnica) ist der Fluss schmal und eher für Einer-Kajaks geeignet.

Vor einigen Jahren wurde auch die Paddelroute entlang der Biała flößbar gemacht, von Biały Bor (bei niedrigerem Wasserstand von Trzmielewo bzw. von Jeziernik) nach Czernica – ca. 23 Km. Die Biała-Route ist leichte und ruhiger als die der Czernica und eignet sich deshalb gut für Anfänger.  

Czarne, fot. UMWP

Czernicy-Route: 32 Km
Dauer: 2 Tage
Vorgeschlagene Strecke: Sporysz – Sarniak – Czarne – Lubnica
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer (Bäume, Stromschnellen), etwas umständlich
Anzahl der Portagen: keine

Vorgeschlagene Etappen:

1. Sporysz – Sarniak (17 Km)
2. Sarniak – Czarne – Lubnica (15 Km)