Vom Reichtum und von der Verbundenheit der ehemaligen Pommernbewohner an den Wohlstand zeugen vor allem die bis heute aufbewahrten Bürgerhäuser sowie die Patritzenhäuser und –sitze. Gdańsk (Danzig) war unter dieser Hinsicht ein besonderer Ort, an dem die Bürgerhäuser einen der wertvollsten Bestandteile der Stadtarchitektur schufen. Die reichen Bewohner Danzigs bauten ihre Häuser mit besonderem Schwung und nahmen dabei die Dienste der berühmtesten Architekten und Bildhauer in Anspruch. Vom Ausmaß dieser Unternehmung kann die Tatsache zeugen, dass die polnischen Könige, die die Stadt am Fluss Motława (Motlau) besuchten, die Patritzenhäuser bewohnten, weil sie oft viel bequemer als die für die Könige bereitgestellten Gebäude (z.B. das Grüne Tor) waren. Somit können wir in Danzig die wundervollsten Beispiele von Bürgerhäusern landesweit bewundern. An interessanten historischen Häusern fehlt es auch nicht in anderen Städten: in Słupsk (Stolp), Chojnice (Konitz), Tczew (Dirschau) bzw. Wejherowo (Neustadt). Ein spezifisches Beispiel ist dagegen Gdynia (Gdingen), wo fast die ganze Innenstadt mit monumentalen, modernistischen Bürgerhäusern aus den 20-ger und 30-ger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bebaut ist. Heute stellen sie ein großartiges Beispiel von diesem Stil europaweit dar. Zu erwähnen ist auch die Kurortarchitektur in Sopot (Zoppot) und Ustka (Stolpmünde), wo die eklektischen und Sezessionsgebäude ein einzigartiges Klima schaffen.


     Besichtigt man die pommerischen Städte, lohnt es sich auf die interessanten, oft einzigartigen Wohngebäude aufmerksam zu werden, die raffinierten Verzierungen und architektonischen Details zu entdecken, die einzelnen Stils zu erkennen und wie die Menschen über Jahrhunderte gelebt haben zu erfahren.

Löwenschloss in Danzig

Das Löwenschloss ist ein Renaissancebürgerhaus in der Langgasse 35, das im Jahre 1569 vom Hans Kramer an der Stelle eines gotischen Bürgerhauses, bzw. einer Prägestätte des Deutschritterordens, wie andere Quellen anzeigen, errichtet wurde.

Der Name stammt von den zwei Löwenskulpturen, die sich am Hauptportal des Bürgerhauses befinden. Im Jahre 1411 war das Anwesen das Eigentum des Ratsherren Bartholomäus Gross, der von den Deutschordensrittern am Danziger Schloss ermordet wurde. In seinem Innern befand sich eine der prachtvollsten Danziger Dielen, die auf einem Stich von J.C. Schulz im 19. Jahrhundert verewigt wurde.


Im 17. Jahrhundert war das "Löwenschloss" das Eigentum der Familie Schwarzwald, die dafür bekannt war, bei sich Wissenschaftler und Künstler zu empfangen. Hier wurde auch im Jahre 1636 ein prächtiges Mahl zu Ehren des Königs Władysław IV. ausgerichtet.


tłum. EuroInterpret D. Moser