Zoppot (Sopot) ist ein berühmter Erholungs- und Kurort. Die Stadt, die nie schläft, denn es treffen hier Künstler, Wissenschaftler und Touristen aufeinander. In Zoppot werden Ausstellungen, Konzerte, Festivals sowie internationale Begegnungen veranstaltet. Seine Straßen voller Cafés, Restaurants, Kunstgalerien und der von verschiedenen Seiten aus sichtbare Strand bieten Entspannung nach einem harten Arbeitstag in Danzig und Gdingen, es ist eine Stadt der Erholung.

Jean Georg Haffner

Jean Georg Haffner

     Er wurde in Colmar, im Elsass geboren. Er war Arzt, aber bis heute ist er als Ideengeber für den Zoppoter Kurort bekannt und wird verehrt. Wegen seiner Verdienste wird er auch als „Zoppots Gründervater“ genannt.

Jean Georg Haffner kam als Militärarzt mit der Armee von Napoleon Bonaparte, auf ihrem unaufhaltbaren Zug durch immer weitere Länder Europas in die Umgebung von Danzig. Die militärische Zuteilung führte ihn nach Danzig, das von Napoleon als "Gibraltar der Ostsee" bezeichnet und formell zum Freistaat erklärt wurde. In Wirklichkeit haben die Beamten Napoleons die Stadt und ihre Bevölkerung nach Kräften geschröpft. Glücklicherweise für Haffner wurde Jean Rapp, sein Landsmann und Schulfreund, zum Stadtgouverneur. Mit solchen Beziehungen konnte Haffner vieles erreichen und er hatte auch ehrgeizige Pläne. Außer medizinischer Behandlung war er nämlich auch Befürworter und Förderer der Hygiene und glaubte an die heilende Wirkung der Seebäder auf die Gesundheit. Auf Geheiß seines Freundes und Förderers begann Haffner bereits ein Jahr nach der Besetzung von Danzigdurch die Franzosen mit der Errichtung eines Freibads in Brösen (Brzeźno). Dadurch wurde ein unbedeutendes Fischerdorf am Meer zum ersten Kurort an der Ostsee. Im Ansatz sollte es ein Freibad für französische Soldaten werden, bald fanden sich jedoch viele Nachahmer des französischen Badeverhaltens ein und das Baden wurde zur Mode.

Nach der Niederlage Napoleons in Russland kehrte Haffner nicht nach Frankreich zurück. Er blieb in Danzig und wählte zum Ort der Umsetzung seiner Lebenspläne das kleine Fischerdorf direkt am Meer. Er soll über diesen Standort entschieden haben, als er Zoppot zum ersten Mal erblickte und feststellte, dass es vorzügliche Bedingungen für die Einrichtung einer Badeanstalt und später eines Kurorts biete. Er heiratete in Danzig eine vermögende Witwe, behandelte Patienten, führte eine öffentliche Badeanstalt und in jeder freien Minute sonn er über die Umsetzung seiner Pläne nach, dank welchen Zoppot zur Stadt wurde. Unter seinem wachen haushälterischen Auge und mit Unterstützung der Behörden sind weiteren Bade- und Freizeiteinrichtungen in Zoppot um die Stelle des heutigen Kurboulevards entstanden. Die Mode aufs Baden zog immer breitere Kreise und es gab immer mehr Gäste. In einigen Jahren verwandelte sich ein verschlafenes Fischerdorf in einen Kurort, und 20-30 Jahre später konnte er getrost mit den renommiertesten Kurzentren dieser Art in Europa konkurrieren.

An Doktor Haffner erinnert in Zoppot ein schönes Denkmal im Nordpark (Park Północny), seinen Namen trägt auch eine nahgelegene Straße. Es wurde sich seiner auch in Brzeźno erinnert, wo dessen Küstenpark auch mit dem Namen des Gründers des Brösener Badeorts beehrt wurde.