Stolper Land. Wo Geschichte und Fortschritt aufeinandertreffen.

Offen zur Ostsee hin, geschmückt mit dem malerischen Fluss Stolpe, den zahlreichen Baudenkmälern in der Stadt Stolp, den Beispielen des klassischen Fachwerks und den Beweisen für eine fortschrittliche Denkweise in Sachen Hydrotechnik, ist das Stolper Land ein unglaublich attraktiver Teil der Küstenregion. Es lohnt sich, hier länger zu verweilen.

Die größte Stadt der Region, worauf der Name selbst hindeutet, ist Stolp. Es ist eine über 700 Jahre alte Stadt, über der stolz das gotische Schloss der Pommerschen Herzöge mit den restaurierten Richter-Speicher, Mühle und dem Mühlentor thront. Die Geschichte Stolps reicht in die Zeit der Gründung des polnischen Staates zurück. Hier herrschte das Dynastie der Greifen, deren Erinnerung in den historischen Gemäuern der Stadt noch immer lebendig ist. Die zahlreichen Baudenkmäler (neben dem Schloss gehört dazu u.a. das Rathaus mit wunderschönen Bleifenstern) sorgen dafür, dass Stolp von Touristen gerne besucht wird.

Nicht jeder weiß, dass gerade in Stolp, im erwähnten Schloss der Pommerschen Herzöge, sich die weltweit größte Bildersammlung des Avantgardekünstlers Stanislaw Ignacy Witkiewicz befindet. Das Museum Mittelpommerns hat über 250 Portraits, Bilder und Zeichnungen von Witkacy gesammelt.

Es soll auch Menschen geben, die es nicht wissen, dass es eben in Stolp, im Warenhaus am Siegesplatz (Plac Zwyciestwa), ein wahres Denkmal der Technik gibt - den ältesten Aufzug Europas.

Attraktionen an der Küste

Wenn du nach den Attraktionen an der Küste des Stolper Landes fragst, gibt es nur eine Antwort: Stolpmünde (Ustka). Ein Badeort, in dem im Frühjahr und im Sommer das Leben pulsiert. Der Strand in Stolpmünde ist ein Paradies für all jene, die die Nähe der Stadt und gute Badeinfrastruktur (der Oststrand) und diejenigen, die am Strand Ruhe und Erholung suchen (Weststrand), schätzen. Stolpmünde ist aber auch ein Kurort, in dem Herz- und Rheumaerkrankungen behandelt werden. Sole und Torf aus der Umgebung sind ein natürliches Heilmittel gegen viele Beschwerden. Stolpmünde das sind auch Restaurants, Sommerkonzerte und Spaziergänge am Strand. In Stolpmünde gibt es auch einen über 100 Jahre alten Leuchtturm, der immer noch leuchtet. Beachtenswert ist auch der Leuchtturm im nahgelegenen Czolpino und der etwas weiter entfernter Leuchtturm Stilo, der als einer der schönsten an der gesamten Ostseeküste gilt.

Leuchtturm in Ustka, fot. pomorskie.travel

Das Stolper Land besteht jedoch nicht nur aus der Ostsee. Es ist auch die Stolpe mit ihrer Päpstlichen Kajakroute, die an den Wasserausflug Karol Wojtylas im Jahre 1964 erinnert. die Route ist fast so lang wie der Fluss selbst und bietet sowohl sportliche als auch ästhetische Erlebnise. Man muss nämlich wissen, dass ein Teil des Stolpetals im wunderschönen Landschaftsparks liegt, mit zahlreichen Arten der Flora und Fauna einerseits und Beispielen des hydrotechnischen Fortschritts andererseits. Hier baute man nämlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wasserkraftwerke, die immer noch im Betrieb und für Besucher geöffnet sind. Liebhaber solcher Bauwerke wird es sicherlich interessieren, dass es im benachbarten Zarnowiec das grösste Pumpspeicherkraftwerk Polens gibt.

Historische Perlen der Region

Charakteristische schwarz-weiße Landhäuser. Schwarz, weil mit Holzbalken, die mit Teer beklebt sind. Weiß, weil mit Kalk geweißt.  So sahen (und sehen auch heute noch) die traditionellen Landhäuser Im Stolper Land aus.  Es gibt hier noch wahnsinnig viele davon, vor allem in der Gegend um Swolowo. Nicht ohne Grund wird diese Gegend das Karierte Land genannt. Die wunderbar erhaltenen Beispiele der Fachwerkbaukunst waren der Grund, aus dem Swolowo als Europäisches Dorf des Kulturerbes getauft wurde. Damit der Stall des reichen pommerschen Landbesitzers, das Brothaus oder das Haus des Häuselmanns noch lange das Auge des Besuchers erfreuen können, darum kümmert sich das Museum für Pommersche Volkskunde in Swolowo.

Nach dem Besuch in den Gehöften der reichen Landbesitzer, lohnt es einen Ausflug nach Klucken zu machen, wo sich das Museum des Slowinzischen Dorfes befindet. Es ist ein besonderes Freilichtmuseum, in dem man sehen kann, wie die Ureinwohner dieser Gegend (die Slowinzen) vor rund 200 Jahren gelebt haben. Man kann dort einfach ausgestattete, jedoch gepflegte Bauernhäuser, Hausgärten und die aufgrund der Nähe zu den großen Seen Gardno und Lebsko unverzichtbaren Fischerhütten besichtigen.  Zum Abschluss kann man noch eine vor Ort nach altem Rezept gebackene Waffel essen.

Den Besuch im Stolper Land sollte man mit einem Konzert beenden. Ja, in dem Komplex Charlottental findet alljährlich im Juli und August das Festival der Rocklegenden statt - ein musikalisches Festmahl für alle Liebhaber der besten Musik!

Wasserwerke auf der Stolpe und der Lupow

Wasserwerke auf der Stolpe und der Lupow

     Die Stolpe und die Lupow sind zwei wunderschöne Flüsse, die teilweise durch unberührte Naturgebiete fließen und interessante touristische Routen für Kajakfahrer bilden, gleichzeitig sind es sehr fleißige Flüsse. Seit rund hundert Jahren produzieren ihre Gewässer, die durch den Menschen zur Arbeit eingespannt wurden, elektrische Energie und zwar ökologische Energie.

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Eine der Sehenswürdigkeiten von Mittelpommern bilden Wasserkraftwerke auf der Stolpe und der Lupow und ihren Zuflüssen. Die ältesten von ihnen, wie etwa das Wasserkraftwerk Struga, das 1896 auf der Stolpe errichtet wurde und wo bis heute die originale Wasserturbine betrieben wird und damit das Kraftwerk zu einem der ältesten in der Welt macht, reichen noch ins 19. Jahrhundert zurück. Als das am schönsten gelegene Kraftwerk gilt das Kraftwerk Gałąźnia Mała, das Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde und einst das größte Objekt dieser Art in Nordeuropa darstellte und als Musterbeispiel für ähnliche Investitionen galt. Die Standorte der Wasserkraftwerke weisen häufig eine lange Tradition der Wasserkraftnutzung durch den Menschen auf. So verhält es sich z.B. mit dem Wasserkraftwerk Skarszów Dolny, das an der Schottow, dem Zufluss der Stolpe, liegt, wo zunächst ein wasserkraftbetriebenes Papierwerk stand, dessen Stelle später das heutige Kraftwerksgebäude eingenommen hat.


Neun Wasserkraftwerke der Region wurden für den Besucherverkehr geöffnet. Man kann alle Kraftwerke auf der Stolpe und drei auf der Lupow besichtigen. Sehr interessante technische Lösungen der Wasserkraftwerke selbst sowie der ergänzenden hydrotechnischen Bauten, wie etwa der Stauwehre, Kanäle, Staudämme und Rohrleitungen erfreuen sich eines großen Touristenzulaufs, vor allem jedoch der Kajakfahrer, die gerne die etwas monotonne Schönheit der Landschaft mit den historischen Beispielen der Elektrotechnik abwechseln. Aus der touristischen Perspektive gilt das Kraftwerk in Gałąźna Mała als das schönste, denn außer den betriebenen Energieerzeugungsanlagen kann dort auch eine Ausstellung besichtigt werden, welche die Entwicklung der hydrotechnischen Anlagen und ihrer unterschiedlichen Anwendungen für die Nutzung des fließenden Wasser, die im Laufe der Jahrhunderte durch den Menschen erfunden wurden, darstellt.


Es lohnt sich die Wasserkraftwerke auf der Stolpe und der Lupow zu besuchen um zu sehen, dass die Nutzung erneuerbarer Energiequellen durchaus nicht eine Erfindung unseres Zeitalters ist.

tłum. EuroInterpret-D. Moser