Die historischen Rathäuser, die Bahnhöfe, die Schulen oder die ehemaligen Behördengebäude sind Bauten, die einst eine repräsentative Funktion erfüllten. Einst mit großem Schwung gebaut, sollten sie den Rang und den Wohlstand der Stadt zeigen, und häufig an ihre charakteristischsten Denkmäler anknüpfen. Vor allem sollten sie aber den Menschen dienen und viele davon erfüllen diese Funktion immer noch. In Pommern finden Sie Beispiele von wirklich besonderen Bauten. Das von 1900 stammende Gebäude des Danziger Bahnhofs ist ein Architekturwerk aus der europäischen Spitze in seiner Kategorie; ähnlich wie das gotisch-renaissance Rathaus der Hauptstadt oder das Gebäude der Technischen Universität. Doch die wunderbare Architektur ist nicht nur in Gdańsk (Danzig) zu bewundern. Die Rathäuser in Chojnice (Konitz), Lębork (Lauenburg), Wejherowo (Neustadt), Tczew (Dirschau), Słupsk (Stolp)oder die sorgfältig erneuerten Bahnhöfe in Gdynia (Gdingen) und Malbork (Marienburg) sind nicht nur regional gesehen echte Perlen der Architektur.

 

     Sehen Sie, wie die historischen öffentlichen Gebäude aussehen, entdecken Sie ihre Geheimnisse, schauen Sie herein, halten Sie für eine Weile inne, Sie nutzen sie doch alltäglich.

Großes Zeughaus (Wielka Zbrojownia)

Das prächtigste Architekturbeispiel des niederländischen Manierismus in Gdańsk /Danzig/ und eines der wertvollsten Beispiele dieses Stils in Europa bildet das Große Zeughaus.

Der Bau wurde Anfang des 17. Jahrhunderts nach dem Entwurf des herausragenden Danziger Architekten Anton van Obberghen errichtet. Einst wurde gesagt, dass dies das schönste Arsenal der Welt sei. Die Fassaden des Zeughauses weisen sehr reiche Steinverzierungen auf. Der größte Teil der Steinmetzarbeiten stammen aus der Werkstatt des berühmten Bildhauers und Architekten Abraham van den Blocke, des Erschaffers des Langgasser Tors (Złota Brama), des Speymanhauses (Złota Kamieniczka), des Neptunbrunnens und der Fassade des Artushofs.

Die Fassade von der Piwna Straße /Joppengasse/ wurde mit einer Minervastatue in ihrem zentralen Teil sowie mit militärischen Skulpturen akzentuiert. Bemerkenswert ist auch der kleine Brunnen seitens der Piwna Straße der von Abraham van den Block geschaffen wurde. Die Portale werden von Danziger Stadtwappen und von der Seite des Kohlemarkts (Targ Węglowy) zusätzlich mit Kriegerstatuen geschmückt. Der gegenwärtige Eigentümer des Zeughauses ist die Danziger Kunstakademie, daher kann das wertvolle historische Objekt lediglich von außen bewundert werden. Es wird immer noch darüber beraten, wie das Objekt endgültig genutzt werden sollte.


Foto: R.Baranowski, Dep. Turystyki, UMWP

tłum. EuroInterpret D. Moser