Stolpe, Radaune, Ferse, das sind Flüsse, die dank ihrer Lage und der Energie ihrer Wasserströmung genutzt wurden, um auf ihnen Wasserkraftwerke einzurichten. Viele Objekte sind bis heute in Betrieb und können besichtigt werden. Das älteste Wasserkraftwerk in Europa, Struga, oder das höchst gelegene Wasserkraftwerk auf der Radaune, Biełkowo, das sind nur einige der Objekte die es wert sind, besichtigt zu werden. Physikalische, chemische und mathematische Gesetze, die in Brücken, Maschinen, ehemaligen Fabrikobjekten gebändigt wurden und die auf thematischen Ausstellungen u.a. im Centrum Hevelianum vorgestellt werden.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Speicher auf der Insel Bleihof (Ołowianka)

Gegenwärtig beherbergen die Speicher das Zentrale Meeresmuseum, eins wurden hier Ballen teuerster Seide oder Säcke voller Getreide gelagert. Es handelt sich selbstverständlich um die Speicher auf Bleihof, die am Ufer der Mottlau verzücken.

Geschichte der Insel Bleihof (Ołowianka)
Der laufende Betrieb des mittelalterlichen Danziger Hafens konzentrierte sich auf dem linken Ufer der Mottlau (Motława). Es befanden sich hier die Stadttore, in deren Nähe hölzerne Stege und Verladerampen errichtet wurden. Der Raum dazwischen war befestigt und hatte keine wirtschaftliche Funktion. Die ständige Entwicklung des Hafens machte die Errichtung neuer Warenlager sowie neuer Verladekais auf der gegenüberliegenden Uferseite erforderlich.


Die Insel, auf der die Komturei des Deutschritterordens zur Zeit seiner Herrschaft in diesem Gebiet eine gut funktionierende Anlegestelle errichten ließ, wurde zum wichtigen Bestandteil des Innenhafenbereichs auf der Mottlau. Sie befindet sich gegenüber dem Krantor (Żuraw) und wurde mit dem linken Flussufer über eine Brücke (in der Umgebung der heutigen Rycerska Straße (Rittergasse)) verbunden. Im 15. Jahrhundert, als der weitere Ausbau der Hafeninfrastruktur auf dem Gebiet, das auf der Insel als Schäferei (Szafarnia)¹ bezeichnet wurde (das Gebiet gehörte den Oberst-Tresslern² des Deutschritterordens /poln. Szafarz/ und befand sich gegenüber der Ordensburg), erfolgte, sind Verladevorrichtungen und Speicher errichtet worden. In den Lagerräumen wurden vor allem Getreide, Salz, Eisen, Anker, Mühlensteine aufbewahrt. Getrennt wurden Tücher, Gewürze und Südfrüchte gelagert. Auf der Insel funktionierten auch Zimmermannhandwerksbetriebe.


Das Umsatzwachstum des Handels im 16. und 17. Jahrhundert hatte großen Einfluss auf den weiteren Hafenausbau. Sein Zentrum bildete seinerzeit die Speicherinsel (Wyspa Spichrzów) mit den dort befindlichen Warenlagern. Die mittelalterliche Schäferei wurde nach ihrer Verlagerung auf das Gebiet ihres Bleidepots (Bleihof) eben als Bleihof - Ołowianka bezeichnet. Den hier befindlichen Inselkomplex ergänzten: die östliche Insel (Cieślarnia) auf der sich ein Holzdepot befand, sowie die nördliche Insel (Kępa). Wie historischen Quellen zu entnehmen ist, befanden sich im Jahre 1643 auf der Insel Bleihof sieben Speicher und im gesamten Danziger Hafen waren es 315.


Seit 1687 gab es aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen dem Krantor und der Insel Bleihof eine Fährenverbindung. Die Insel war auch mit dem Gebiet der heutigen Szafarnia Straße (Schäferei) über eine Zugbrücke verbunden, die in der Nähe des Englischen Damms (Angielska Grobla) stand. Zugleich wurde zwischen dem nördlichen Rand der Insel Bleihof und dem linken Ufer der Mottlau ein Holzstange befestigt, welche die Grenze des Innenhafenbereichs für die Warenausladung anzeigte.


Geschichte der Speicher auf der Insel Bleihof (Ołowianka)
Im Zuge der Kriegshandlungen wurde 1945 der Großteil der Speicher in Gdańsk /Danzig/ zerstört. Auf der Insel Bleihof sind die Mauerüberreste dreier von ihnen erhalten geblieben und nach ihrer Rekonstruktion im Jahre 1985 wurden sie zum Hauptausstellungssitz des Zentralen Meeresmuseums. Der älteste von ihnen ist der gotische "Olivaer" Speicher, der bis 1677 als "Klosterspeicher" bezeichnet wurde. Seine Bezeichnung stammt von den Olivaer Zisterziensern, die ihn zu jener Zeit betrieben haben. Der barocke Speicher "Jungfrau" erhielt seinen Namen wegen der einst auf seinem Giebel befindlichen Figur (erste Erwähnung stammt von 1709) und entstand auf der Stelle des älteren, mittelalterlichen "Scharpauer" Speichers. Der Speicher "Kupfer" verdankt seinen Namen der einst hier gelagerten Ware. An den Vorderfassaden der Danziger Speicher wurden Tafeln (aus Holz oder aus Stein) angebracht, welche die einstige Bezeichnung des jeweiligen Speichers anzeigten. Zwei solcher Tafeln, mit den Daten 1677 und 1738, sind am "Olivaer" Speicher erhalten geblieben.



¹ Schäferei (Szafarnia) - bildet heute eine Straße, die entlang des Kanals der Neuen Mottlau in Richtung der Ołowianka Straße führt.

² Oberst-Tressler (Szafarz) - Beamter des Deutschritterordens, der sich mit dem lokalen und internationalen Handel beschäftigt hat. Er verfügte über einen Netzwerk aus untergeordneten Beamten, die den Wareneinkauf und Warenverkauf betrieben.