Der süße und saftige Schatz der Kaschubei

Der süße und saftige Schatz der Kaschubei

Sie ist ein regionales Gut, das Markenzeichen der Region und Grund für die Touristen, die jedes Jahr Anfang Juli in Scharen nach Brodnica Górna reisen, um ihr besonderes Fest zu feiern. Meine Damen und Herren: hier ist die Kaschubische Erdbeere!

- Im Mittelalter symbolisierten alle herzförmigen Früchte, darunter auch die Erdbeere, die Göttin der Liebe. Diese Liebe dauert weiterhin an und jeder wartet sehnsüchtig auf die ersten kaschubischen Erdbeeren – erzählt uns Renate Horczak, Inhaberin des Herrenhaus-Hotels Poraj. – Alle lieben sie für ihre Farbe, Geschmack und Duft. Ihre Anwendungsvielseitigkeit reicht für mehrere Kochbücher – lacht Renate.

In der Erdbeerigsten Gemeinde Polens, im hiesigen Chmielno, befinden sich 44% der zertifizierten Plantagen der Kaschubischen Erdbeere. Sie besitzen eine spezielle EU-Bezeichnung und werden gepflegt entsprechend der Richtlinien der EU-Kommission. Die Kaschubische Erdbeere, auf kaschubisch Kaszëbskô Malëna (in den Sorten Honeoye, Senga Sengana, Elsanta) wurde nach dem Beschluss der EU-Kommiss im Jahre 2009 in das Europäische Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen eingetragen.

Die Kaschubische Erdbeere ist einmalig, weil man ihr Aroma und ihr saftiges Rot mit der schönsten Jahreszeit – dem Sommer – verbindet. Ich füge noch hinzu, dass die Erdbeeren, die wir in unserer Küche verwenden, alle aus unserem eigenen Restaurantgarten stammen. Beim Anbau verwenden wir ausschließlich natürliche Dünger, die mithilfe der Sonne uns eine Frucht hervorbringen, die unserem Gast einen einmaligen Gaumengenuss garantiert – sagt Dariusz Potrykus, Küchenchef im Restaurant Nordowi Mol.

Saisonbedingt darf im Restaurant Nordowi Mol das traditionelle Erdbeerenkompott niemals fehlen. In diesem Jahr kommen die Erdbeeren als Zutat u.a. in den Piroggen, beim Erdbeeren-Baiser mit Mascarpone und als Hauptgang in der kalten Erdbeersuppe mit süßem Grießbreigeschnetzeltem.

Was die Sachkenner betonen, verdanke die Kaschubische Erdbeere ihren besonderen Geschmack dem Klima der Region, in der sie angebaut wird. Kalte Nächte und warme Tage konservieren die Früchte am besten. Die Erdbeere wächst dann langsamer, wodurch die mehr Fruchtzucker enthält. Deshalb sind die Kaschubischen Erdbeeren so süß, saftig, knackig und einfach lecker.

Renata Horczak vom Hotel Pałac Poraj, erläutert uns auch weitere Vorzüge der kaschubischen Erdbeere. - Sie eigne sich perfekt zu allem, angefangen bei Cocktails auf Prosecco-Basis mit weißer Schokolade, über Kaltschalen mit Wassermelone, Hirsegrütze-Pudding mit Erdbeeren, Kalten Käsekuchen auf 30 Arten, Salate, Pfannkuchen bis hin  zur Erdbeerenmarmelade, der uns nie bis Ende des Winters reicht, weil unsere Gäste ihn mit größtem Vergnügen auch mit nach Hause nehmen. Vor dem Krieg nahmen meine Oma und meine Mutti jede Erdbeere in die Hand, stachen sie mit einer Nadel an, tauchten in Spiritus bzw. Arak und legten in heißen Sirup auf Zuckerbasis hinein. Am nächsten Tag wurden die Erdbeeren auf kleine Flamme gebraten und danach abgekühlt in Einmachgläser gelegt. Sie verwendeten auch die weißen Erdbeeren (die sie als Ananas-Erdbeeren bezeichneten). Diese waren angeblich besser für eine Konfitüre, wegen ihres Dufts und die schön Hellrosafarbe nach dem Braten, die damals sehr begehrt war.

Das diesjährige Fest der Kaschubischen Erdbeere findet in Brodnica Górna am 7 Juli statt.

Foto: Łukasz Stafiej