Synagogen, orthodoxe Kirchen, Gebetshäuser sind Zeichen religiöser Toleranz und kultureller Vielfalt Pommerns.

Orthodoxe Georgkirche

Adresse:

Ul. Pl. Krofeya

77-100 Bytów

Am Hügel, unter den Bäumen befindet sich eine der größten Sehenswürdigkeiten von Bytów /Bütow/ - die orthodoxe Georgkirche.

Bytów bildet seit Jahrhunderten eine multikulturelle Stadt, die im Ländergrenzgebiet liegt. Von der reichhaltigen Geschichte der Stadt zeugt das Schicksal einer kleineren Kirche, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. Die hölzerne Georgkirche stand im Mittelalter wahrscheinlich an der Stelle der gegenwärtigen Kirche zusammen mit einem Spital und einem Armenhaus für Kranke.

Nach dem 2. Weltkrieg fand sich Bytów im polnischen Hoheitsgebiet ein. Die lokale deutsche Bevölkerung, darunter der Großteil der Bütower Protestanten, wurde ausgesiedelt. Die Deutschen verließen Bytów und die Umgebung und ließen ihre Häuser, Bauernhöfe und Gotteshäuser zurück. Als Folge der "Aktion Weichsel" trafen im Bütower Lande die Ukrainer, die südöstlichen Teil Polens bewohnten. So wurden Protestanten gegen Menschen griechisch-orthodoxen Glaubens ausgetauscht.

Die griechisch-orthodoxe Pfarrei besteht in Bytów seit den 50-er Jahren. Nach den Renovierungsarbeiten in den 80-er Jahren wurde die ehemalige evangelische Kirche zu einem griechisch-orthodoxen Gotteshaus. Die Kuppel im Stile der byzantinischen Architektur verlieh dem Gebäude einen östlichen Charakter.

Mit der Kirche ist die Aktivität von Simon Krofey verbunden (von seinem Namen stammt der Name einer Bütower Gedenkmünze), der Pastor, religiöser Schriftsteller, Lehrer und Rektor einer lokalen Schule war. Er ist auch Autor der Übersetzung des Katechismus von Martin Luther in die kaschubische Sprache. Er war ein treuer Anhänger des Kaschubischen und bemühte sich darum, dass die regionale Mundart Einlass in alle Lebensbereiche findet und dank seinen Anstrengungen wurden Gottesdienste noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in kaschubischer Sprache abgehalten.