Stolpe, Radaune, Ferse, das sind Flüsse, die dank ihrer Lage und der Energie ihrer Wasserströmung genutzt wurden, um auf ihnen Wasserkraftwerke einzurichten. Viele Objekte sind bis heute in Betrieb und können besichtigt werden. Das älteste Wasserkraftwerk in Europa, Struga, oder das höchst gelegene Wasserkraftwerk auf der Radaune, Biełkowo, das sind nur einige der Objekte die es wert sind, besichtigt zu werden. Physikalische, chemische und mathematische Gesetze, die in Brücken, Maschinen, ehemaligen Fabrikobjekten gebändigt wurden und die auf thematischen Ausstellungen u.a. im Centrum Hevelianum vorgestellt werden.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Wasserkraftwerk Żarnowiec

Das Wasserkraftwerk Żarnowiec /Zarnowitz/ ist das Polens größte Pumpspeicherkraftwerk mit einer Kapazität von 716 MW.

Es befindet sich in der Ortschaft Czymanowo /Czimmanau/ am Zarnowitzer See (Jezioro Żarnowieckie). Der Bau des Wasserkraftwerks wurde 1976 begonnen, die Inbetriebnahme erfolgte 1983.


Anfänglich sollte das Kraftwerk die Funktion eines Energiespeichers für das im nahe gelegenen Kartoszyno /Kartoschin/ entstehende Atomkraftwerk Żarnowiec erfüllen. Zu den stattlichsten Elementen des Kraftwerks gehörte das obere Becken. Es ist vollkommen künstlich und erfüllt die Funktion eines Speichers für elektrische Energie mit einem Umfang von 3,6 Mio. kWH. Die Wassermenge ermöglicht die Versorgung eines elektroenergetischen Systems mit der Leistung von 716 MW über ca. 5,5 Stunden. Der Höchstbedarf an elektrischer Energie beträgt in der Wojewodschaft Pomorskie 600 MW (Höchstbedarf an einem Winterabend). Der Vergleich dieser beiden Größen gibt einen Eindruck davon, was für große Energiequelle das Wasserkraftwerkt Żarnowiec darstellt. Der Grund des leeren Beckens würde 130 Fußballfelder fassen und die erneute Befüllung des Beckens dauert ca. 6,5 Stunden.


Das Wasser wird zu den Pumpturbinen durch vier je 1100 m lange Rohrleitungen geführt. Ihr Durchmesser variiert zwischen 7100 mm an der Einlassöffnung bis 5400 mm im Kraftwerk selbst. Der maximale Wasserdurchfluss über alle vier Leitungen beträgt 700 m3/s, also soviel, wie der durchschnittliche jährliche Wasserdurchfluss der Weichsel in der Umgebung von Warszawa /Warschau/.


Der Kraftwerkraum des Objekts ist ein über 60 m hohes Gebäude, wovon 2/3 sich unter der Erdoberfläche befinden. Hier befinden sich in 17 m unterhalb des Meeresspiegels vier Turbinen mit einem Durchmesser der Rotoren von 6 m, die mit der Wasserkraft betrieben werden und den Hydrogenerator antrieben. Der Rotor des Hydrogenerators wiegt über 420 Tonnen. Für seine Anbringung musste eine Aushebung vorgenommen werden, deren Tiefe 33 m unter dem Meeresspiegel betrug. Während der Bauarbeiten handelte es sich um die größte Depression Polens.


Die Arbeit des Kraftwerks ist vollständig automatisiert und die Betätigung der einzelnen Hydroelemente wird von der Landesenergieanstalt (Krajowa Dyspozycja Mocy) in Warszawa (Warschau) ferngesteuert. Durchschnittlich arbeiten die Hydroelemente ca. 18 000 Stunden jährlich und alle 24 Stunden wird jedes der Hydroelemente im Schnitt zwei Mal betätigt, was jährlich eine Anzahl von ca. 3000 Inbetriebnahmen bedeutet. Der Austrittskanal ist künstlich und verbindet das Kraftwerk mit dem Zarnowitzer See (Jezioro Żarnowieckie). Er ist 835 m lang. Seine größte Tiefe beträgt 13 m - am Kraftwerkraum des Kraftwerkobjekts und die größte Breite am Grund beträgt 250 m am Austritt zum Zarnowitzer See.


Das natürliche Wasserbecken des Kraftwerks bildet der Zarnowitzer See. Seine Gesamtfläche beträgt 1470 ha, sein Fassungsvermögen beträgt 121 Mio. m3. Über die gesamte Länge des Sees fließt vom Süden nach Norden der Fluss Piasnitz (Piaśnica) durch. Von westlicher Seite tritt in den See der Bychower Bach (Struga Bychowska) ein. Die größte Seetiefe beträgt 19,4 m. Das Wasserspiegelniveau im See verändert sich im Rhythmus der Veränderungen der Arbeitszyklen des Kraftwerks und der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Niveau beträgt ca. 1 Meter.