Zurück

Langgassentor

Langgassentor

Das Langgasser Tor wurde an der Stelle des mittelalterlichen Langgasser Tors 1612 nach dem Projekt von Abraham van den Block errichtet.

Es handelt sich um eines der wertvollsten historischen Architekturobjekte aus der Spätrenaissance, das niederländische und italienische Einflüsse offenbart. Die Form und Symbolik des Tores knüpfen an die klassische Tradition an. Trotz Wehrfunktion, wurde es zu einer Art Triumphbogen, einer Allegorie des Reichtums und der Macht der Stadt. Dieser prächtige Triumphbogen mit zwei Säulengeschossen führt zur repräsentativen Langgasse.

Die beiden Fassaden des Baus sind fast identisch. Im unteren Bereich, der einen Arkadendurchgang mit symmetrischen Durchgängen auf beiden Seiten aufweist, sind ionische Pilaster zu sehen, die auf hohen Sockeln aufgestellt wurden. Im oberen Bereich, der durch eine Reihe von Arkadenfenstern unterteilt wird, sind korinthische Säulen zu sehen. Die hellen Wände werden durch niederländische Zierelemente bedeckt: stilisierte Früchte, Zapfen und andere Pflanzenmotive.

Über dem Hauptdurchgang befindet sich auf beiden Seiten des Tors das Danziger Wappen. Auf der Attika von der Seite des Vortorbereichs erheben sich steinerne Skulpturen von Peter Ringering die Frieden, Freiheit, Reichtum und Ruhm symbolisieren. Von der Seite der Langgasse herrschen Besonnenheit, Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Eintracht vor. Auch hier ist die lateinische Maxime "Durch Eintracht wachsen kleine Staaten, durch Zwietracht kommen große Staaten zu Fall" zu sehen.

In der Zeit von 1803-1872 diente das Langgasser Tor als Sitz der Kunstschule, die u.a. von Johann Schultz, dem berühmten Danziger Zeichner und Radierer, geleitet wurde. Dieses wertvolle historische Objekt wurde im letzten Krieg leicht beschädigt. Es wurde in den fünfziger Jahren zusammen mit der Georgshalle an den Verband der Polnischen Architekten übergeben.


tłum. EuroInterpret D. Moser