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Hohes Tor

Hohes Tor

Das Hohe Tor bildete einst die repräsentative Haupteinfahrt in die Stadt und gleichzeitig erfüllte es eine Verteidigungsfunktion. Hier wurden polnische Könige feierlich begrüßt und es wurden ihnen die Stadtschlüssel überreicht.

Es wurde in den Jahren 1574 - 1576 nach dem Entwurf von Johannes Kramer am westlichen Strang neuzeitlicher Danziger Befestigungsanlagen aufgestellt. Einst umfasste der am Hohen Tor befindliche Befestigungskomplex einen Erdwall, der mit mächtigen Bastionen verstärkt wurde. Davor wurde ein mehrere zehn Meter breite Wassergraben geführt, über dem Zugbrücken angelegt wurden. In der Nacht wurden diese mit Hilfe von Seilen und sechs Flaschenzügen aus Metall hochgezogen, die bis heute im oberen Bereich des Gebäudes zu sehen sind. Vom Tor führten über den Wall in die Stadt zwei Schlupfdurchgänge, die auf beiden Seiten des westlichen Teils des Verteidigungswerks der Langgasse, dem sog. Peinkammer, endeten.


Im Jahre 1588 r. wurde die Ziegelsteinfassade des Hohen Tors auf ausgesuchte Weise durch den bekannten Bildhauer Wilhelm van den Blocke verziert. Er belegte die Wände des Torgebäudes mit Sandsteinplatten und schmückte diese mit einem feinen Pflanzenornament. Die Attika bekam ein reiches Schnitzwerk, auf dem der Künstler Wappen Königreichs Polen, Königlichen Preußens und Danzigs aus Stein angebracht hatte und somit eine prächtige heraldische Ausgestaltung schuf. Darüber wurden vier Löwenhäupter angebracht.


Bei genauerer Betrachtung der Wandverzierungen des Hohen Tors kann man drei lateinische Sentenzen entdecken, welche die Stadtverwaltung und die Stadteinwohner auf die wichtigsten Werte im staatlichen und gesellschaftlichen Bereich aufmerksam machen:


"Iustitia et pietas duo sunt regnorum omnium fundamenta" - "Gerechtigkeit und Frömmigkeit stellen die Grundlage aller Königreiche";

"Civitatibus haec optanda bona maximae: pax, libertas, concordia" - "Die am meisten erwünschten Güter stellen: Frieden, Freiheit, Eintracht";

"Sapientissimae fiunt omnia que pro republica fiunt" - "Klug handeln bedeutet für das Königreich Polen handeln".


Fast über 290 Jahre lang blieb das Tor in unveränderter Form bestehen. Im Jahre 1895 wurden Wälle und ein Stadtgraben gebaut. Im Jahre 1903 wurde die Wache ins Torgebäude versetzt. Nach der Demilitarisierung von Gdańsk /Danzig/ im Jahre 1920 befand sich hier das Reisebüro Norddeutscher Lloyd. Während des Kriegs 1939-1945 wurde das Tor leicht beschädigt. Nach dem Krieg beherbergte das Torgebäude das Reisebüro "Orbis" und in den Seitendurchgängen befand sich u.a. die Touristeninformationsstelle. Im Jahre 2002 wurde das Torgebäude durch das Historische Museum der Stadt Gdańsk übernommen. Gegenwärtig befindet sich hier das Regionale Touristeninformationszentrum, wo alle Besucher der Neptunstadt eine gründliche und fachgerechte Information über alle Sehenswürdigkeiten und Attraktionen, die auf sie in der Wojewodschaft Pomorskie warten, erhalten können.