Die pommerischen Straßen schaffen einen spezifischen und einzigartigen Raum, in dem jeder Besucher eine Menge an Sehenswürdigkeiten findet. Die schönen Bürgerhäuser, die historischen Rathäuser, die stilvollen Restaurants und die gemütlichen Cafés werden durch viele bewundert und besucht. Das Herz einer jeden alten Stadt ist normalerweise der Markt, der bis heute noch seine repräsentative Funktion erfüllt. Die zu ihm führenden zauberhaften schmalen Straßen zeichnen sich oft mit einem spezifischen, für die gegebene Ortschaft charakteristischen Klima aus. Wie schön sind doch die Straßen von Gdańsk (Danzig), Chojnice (Konitz), Tczew (Dirschau) oder Wejherowo (Neustadt), die an einer Stelle, d.h. dem Markt, zusammentreffen. Es gibt auch junge Städte, wie Gdynia (Gdingen), wo die modernen Verkehrsadern, verbunden mit den modernistischen Gebäuden, eine vollkommen einzigartige Stadtanordnung europaweit schaffen.

Architektur der Wiejska Straße in Hel

Architektur der Wiejska Straße in Hel

     Auf der Halbinsel Hela (Półwysep Helski) gibt es bis heute traditionelle Fischerhütten, die sog. Chëcz. Sie stehen an der Helaer Hauptstraße – der Wiejska Straße.

Es sind kleine weißgetünchte Häuser, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Die charakteristischen schmalen Giebelwände sind immer nach der Straße ausgerichtet und verleihen den Gebäuden ihr unverwechselbares Aussehen. Diese eingeschossigen kellerlosen Fachwerkhäuser weisen für die Architektur dieser Region typische Halbtüren auf, die den Eingang zum Innenraum bilden. Die engen Durchgänge zwischen den Häusern und dazu die mit Dachziegeln und mit Schornsteinen ausgelegten Satteldächer, die nach oben hin schmaler werden, machen das Wesen und die Besonderheit dieses Ortes aus. Die Innenräume wurden in maritimem Stile eingerichtet.


Die wenigen historischen Gebäude in der Wiejska Straße sind bis heute erhalten geblieben, empfehlenswert ist auch das Restaurant Maszoperia. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex von 1830. An zwei historische Objekte wurde ein weiterer Raum angebaut. Alles in allem handelt es sich um eine treue Replik der typischen Inneneinrichtung einer Helaer Fischerhütte.


Den zentralen Ort im Innern des Restaurants bildet der Tresen mit echten Bullaugen eines U-Boots, die in die Vorderwand des Gebäudes eingearbeitet wurden. Touristen mögen diesen Ort wegen der hier herrschenden Atmosphäre und der außergewöhnlichen Inneneinrichtung. Man muss nicht zum Museum gehen, um Fischernetze, die hier unter der Decke aufgehängt wurden, Schiffsleuchten oder ein Steuerrad zu sehen und zu berühren. In alten Regalen können wir Elemente anschauen, die einst die Schiffsausrüstung stellten, so z.B. Schiffsuhren oder Schiffsglocken. Zwischen den Leuchten erstreckt sich ein Schiffsmast, der mit Seilen umwickelt ist, auf den Wänden hängen Bilder, die den Alltag in einstigen Helaer Fischerhütten darstellen. Zahlreiche aufgehängte Krüge, Öllampen, Seilknoten, Kompasse, Bussolen aber auch Stiche mit historischen Abbildungen der Ansiedlung runden das Ganze ab.


All die genannten und auch noch viele andere in Maszynoperia versammelten Gegenstände und Andenken machen die Einmaligkeit dieses Orts aus. Außerdem serviert die Küche vorzügliche kaschubische Speisen und erfreut sich bei den Besuchern großer Beliebtheit. Es reicht nur in die Wiejska Straße 110 auf Hel zu kommen, um in die magische Zeit der Helaer Fischerhütten und Fischertraditionen zurückversetzt zu werden.