Das Wojewodschaftsgebiet von Pomorskie umfasst gegenwärtig 9 Landschaftsparks, die ein hohes naturlandschaftliches sowie kulturelles und geschichtliches Potential darstellen. In ihrem Gebiet wurden zahlreiche Ökobildungspfade eingerichtet, deren gute Beschilderung und durchdachte Absteckung ein gründliches Kennenlernen dieser ungemein wertvollen Gebiete ermöglichen.

tłum. EuroInterpret – D. Moser

Landschaftspark Frische Nehrung

Der schmale Landstreifen, der das Gewässer des Frischen Haffs (Zalew Wiślany) von der Danziger Bucht (Zatoka Gdańska) trennt, bildet die Frische Nehrung (Mierzeja Wiślana).

Sie ist vor tausenden von Jahren als Folge eines mehrere Jahrhunderte währenden, stürmischen Dialogs dreier Naturelemente entstanden.


Aus dem Sandmaterial, das von Meeresströmungen ans Land gespült wurde, haben Winde Dünen geformt, die nach und nach von Pflanzen und Tieren besiedelt wurden. Mit der Zeit sind hier reichhaltige Laubwälder erwachsen, die das Land vor starkem Wind und Sturmwellen schützten, welche das Geländerelief der Nehrung unaufhörlich modifizierten. Es waren jedoch nicht nur Naturgewalten, die das Aussehen dieses Landabschnitts verändert haben. In den letzten mehreren Jahrhunderten hat auch der Mensch einen enormen Einfluss ausgeübt. Durch ihn herrscht nun in den Wäldern der Nehrung die Kiefer vor, die den Platz der hier einst wachsenden mächtigen Buchen, Hainbuchen, Eichen und Linden einnahm.

Heute verzückt die Frische Nehrung mit ihrer Naturschönheit und seit nunmehr über 25 Jahren wird diese Region im Rahmen des Landschaftsparks Frische Nehrung geschützt. Zu seinen größten Vorzügen gehört die vielfältige Landschaft, deren dominierendes Element saubere Wälder mit einem pittoresken Pflanzenmosaik sowie mächtige Dünenwälle, auf denen immer noch häufig das Symbol der polnischen Küste - die Stranddistel, wie selbstverständlich auch weitläufige Sandstrände anzutreffen sind, bilden. Überall gibt es Vögel - schreiende Möwen und Seeschwalben, die nach Fischen ins Wasser tauchen, Seeadler und Mäusebussarde, die in luftigen Höhen schweben, Seeregenpfeifer und Strandläufer, die auf den Stränden flink herumlaufen. Der berühmteste Vertreter der ungemein zahlreichen Avifauna des Parks ist mit Sicherheit der Kormoran, dessen Polens größte Brutkolonie sich gerade in der Frischen Nehrung in der Nähe von Kąty Rybackie /Bodenwinkel/ befindet.

Der Landschaftspark Frische Nehrung weist auch eine reiche Geschichte auf, die durch die jeweils nacheinander folgenden Generationen im Kampf gegen die Naturgewalten geschaffen wurde. Die Anfänge der Ortschaften der Region reichen bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts zurück, als dieses Land der Deutschritterorden besiedelte. Die allzu stürmische Geschichte der Nehrung ließ keine erhaltenen Überreste der historischen Architektur aus dieser Zeit zu, weswegen heute nun Objekte aus den letzten zwei Jahrhunderten bewundert werden können. Es sind u.a. Wohnobjekte - Villen, Fischerhütten, ein Leuchtturm in Krynica Morska /Kahlberg/ oder die Grenzsteine der Freien Stadt Danzig zu besichtigen.

Der Landschaftspark Frische Nehrung ist mit einem Schutzgürtel umgeben, der zwei Regionen umfasst. Die erste Region ist der restliche Abschnitt der Nehrung westlich von Sztutowo /Stutthof/, der naturlandschaftlich ebenfalls schon alleine wegen der Möglichkeit eine Robbe oder andere Tiere im Weichselmündungsgebiet anzutreffen, vor allem jedoch durch seine kulturhistorischen Vorzüge sehr interessant ist. Es verläuft hier die über hundert Jahre alte Schmalspurbahnlinie, in Stegna /Steegen/, es befindet sich eine Fachwerkkirche aus dem 17. Jahrhundert mit ihrer einzigartigen Inneneinrichtung und Malereien. Die Frische Nehrung umfasst auch die neueste Geschichte und das Museum Stutthof, das einen besonderen Gedenkort aus der Zeit des 2. Weltkriegs bildet.

Der Schutzgürtel des Parks bildet auch den nördlichen Teil des Weichselwerders (Żuławy Wiślane), dem Land, das den Fluten des Frischen Haffs (Zalew Wiślany) entrissen wurde. Neben der schönen Natur gibt es hier eine fünfhundert Jahre alte Geschichte. Zahlreiche historische hydrotechnische Objekte - funktionierende Zugbrücken, eine Drehbrücke der Schmalspurbahn, Laubenganghäuser, niederländische Gehöfte, die Werders letzte Bockwindmühle und viele andere Attraktionen - all dies inmitten der Spaliere alter Weiden, malerischer Felder und Wiesen.

Autor: Park Krajobrazowy Mierzeja Wiślana

Foto: Park Krajobrazowy Mierzeja Wiślana