Gdynia /Gdingen/ eine Stadt, die aus der See und den Träumen der Vorkriegsgeneration der Polen hervorgegangen ist,  wie es der polnische Schriftsteller aus dieser Zeit, Stefan Żeromski, zu sagen vermochte: „… ein Meisterstück, das in Holz, Stein, Beton und Eisen geschaffen wurde – dieses übermächtige Drama, das zu zeigen vermag, wie dem Meer sein Wasser, Kraft, Tiefe und Macht entrissen wird…“. Heute stellt es eine moderne und sich dynamisch entwickelnde Stadt mit einer modernen Architektur und ihrer zur See hin ausgerichteten Wirtschaft dar.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Oxhöft

Oxhöft

     Oxhöft ist der älteste Bezirk der gegenwärtigen Gdingens.Die ersten Erwähnungen über das alte Kirchdorf „Oxiva“ stammen bereits aus dem Jahr 1214. Noch älter ist die Geschichte der Besiedlung auf diesem Gebiet, die auf die Jahre 65-500 v.Chr. datiert wird.  Vom 7.-12. Jh. gab es hier eine Burg, die Sitz des Oberhauptes einer Territorialgemeinschaft, und später der herzoglichen Verwaltung war.Von der reichen Vergangenheit von Oxhöft zeugt auch die Gründung einer Pfarrei, noch vor 1224, wodurch sie eine der ältesten Pfarreien in Danziger Pommern ist. Eine echte Perle ist die Oxhöfter Kirche des Hl. Erzengels Michaels, die auch zu den ältesten der Region gerechnet wird.  

Dieser Kirche gehörten viele, der bis heute bestehenden Ortschaften, wie z.B.: Gdingen, Oxhöft, Witomino, Oblusch oder Pogorsch sowie andere Siedlungen, die es auf den Landkarten nicht mehr gibt: Zbikowo, Kochowo oder Gradolew. Der Tempel ist in einer für die pommerischen Dorfkirchen aus dem Mittelalter typischen Weise gebaut. Er besitzt ein Schiff, das mit einem vieleckigen Presbyterium ausläuft. Der Turm mit einem barocken Helm sowie einem Eingang befindet sich von der Ostseite.


Die Kirche ist sehr stark mit der Kriegsmarine verbunden. Hier befinden sich Tafeln, die dem Priester Władysław Miegoń, dem Kapellmeister der Kriegsmarine, der im Konzentrationslager Dachau umgekommen ist, dem Admiral Józef Unrug sowie dem Admiral Jerzy Świrski gewidmet sind. Die Kirche beherbergt Tafeln der Pinsker und Weichseler Flussflotte sowie der Offiziere der polnischen Marine, die 1952 hingerichtet wurden. Im Außenbereich befinden sich ein Feldaltar, und hinter ihm, auf der Kirchenwand sechs Tafeln, den Kriegsmarinebooten ("Grom", "Orzeł", "Jastrząb", "Kujawiak", "Orkan" und "Dragon"), die während des zweiten Weltkrieges versenkt wurden, gewidmet. Jedes Boot besitzt seine eigene Tafel, an der sein Name, der Ort und das Datum der Schiffsversenkung, das Motto eines polnischen Dichters sowie die Phrase "Mersis in bello" ("Im Kampf versenkt") steht. 1983 wurde das alles geweiht und wird seitdem als das Kleine Pantheon der Kriegsmarine bezeichnet.


Bei der Kirche liegt ein Friedhof, auf dem die Personen, die mit diesem Ort, mit Polen sowie mit der Kriegsmarine verbunden waren, ihre letzte Ruhestelle gefunden haben. Hier ruht u.a. der hervorragende Kaschube Antoni Abraham. Diese Nekropole wird als eine der schönsten in Pommern anerkannt.


Oxhöft wird vor allem mit Militärobjekten, die man zum Teil besichtigen kann, in Verbindung gebracht. Hier befindet sich ein prachtvolles, modernistisches Gebäudekomplex des alten Flottenkommandos mit einem herrlichen Tor, erbaut in den 20-ger Jahren des 20. Jhs., die alte Kaserne der Kriegsmarine (heute die Akademie der Kriegsmarine) sowie ein Kriegshafen. Es blieben auch zahlreiche Bunker und Schutzräume erhalten.