Er hätte in diesem Jahr seinen 70sten Geburtstag gefeiert. Dem großen Fußballer, Sportverfechter, und hingebungsvollen Sportlehrer wurden viele Zeitungsartikel, Bücher, Filme, ja gar Lieder und Webseiten gewidmet. Das Gedenken an ihn ist immer noch lebendig, vor allem in seiner Geburtsstadt–Starogard Gdański, die ein Muss für jeden Fußballfan ist.

Geboren wurde er am 23 Oktober 1947 in Starogard Gdański in einer großen Arbeiterfamilie (er hatte neun Geschwister). Seine Eltern waren  Franz Deyna und Hedwig Sprengel. In seiner Geburtsstadt beendete er eine Berufsschule an der dortigen Schuhwarenfabrik. Von klein an interessierte er sich für Sport – spielte Tischtennis, Handball, übte Hochsprung, doch am erfolgreichstem war er auf dem Fußballplatz. Mit 16 Jahren spielte er in der Juniorenfußballmannschaft des Landkreises Danzig und wenig später, im Jahre 1965, in der Nationalmannschaft.

In den Klubfarben von…
Er war Spieler bei FC Włókniarz Starogard in den Jahren 1958-1966, später bei FC Lodz (1966), danach bei Legia Warszawa (1966-1978), Manchester City (1978-1981), bei den amerikanischen San Diego Sockers (1981-1988) und mexikanischen Tijuana Legends (1988-1989). Sein Talent zeigte er vor allem in der Hauptstadt bei Legia unter der Aufsicht von Trainer Jaroslav Vejvoda, wo er in 13 Spielsaisons zwischen 1967 und 1979 in 304 Spielen 94 Tore schoss, zwei Landesmeistertitel (1969 und 1970) und drei Jahre später das Polen-Pokal holte. Mit dieser Mannschaft spielte er auch in 32 Spielen im Rahmen der Europäischen Pokaltourniere und schoss 10 Tore. 

Przywitanie kapitanów Franz Beckenbauer i Kazimierz Deyna, 3 lipca 1974 r. Waldstadion we Frankfurcie nad Menem
Fot. Fundacja im. Kazimierza Deyny

Er liebte es, auf dem Clubstadion in der Łazienkowska Str. zu spielen, wo er Tausende Fans hatte. In den insgesamt 10 Jahren repräsentierte er die Nationalfarben bei 103 Spielen.  Sein Debut feierte er am 24 April 1968 beim Spiel mit der Türkei mit 8:0 für Polen und beendete seine Karriere mit dem verlorenem Spiel gegen Brasilien am 21 Juni 1978.

Seinen Namen verbindet man jedoch mit den größten Erfolgen des polnischen Fußballs in den 70er Jahren unter der Leitung von Kazimierz Górski. Seinen größten Erfolg feierte er beim Auftritt der Weiß-Roten während der Weltmeisterschaften in der Bundesrepublik Deutschland 1974. Największym jego sukcesem był występ biało-czerwonych podczas mistrzostw świata w RFN (1974). Die Polen haben damals nicht nur besonders schwierige Rivalen wie Brasilien, Argentinien, Italien, Jugoslawien und Schweden besiegt, indem sie den „totalen Fußball” zeigten, was ihnen auch den Sieg im „kleinen Finale” brachte (dritter Platz), sondern bekamen auch individuelle Auszeichnungen. Deyna wurde zum drittbesten Fußballspieler der Meisterschaften gekürt, gleich hinter Cruyff und Beckenbauer.

Vom Fußballfeld auf die Leinwand

In der Zwischenzeit bekam der „hervorragende Stratege und echte König der Spielfeldmitte” – wie man ihn allgemein nannte, viele Angebote von führenden europäischen Fußballklubs, u.a. Real Madrid, Inter Mailand und AC Milano. Er durfte leider keines der Angebote annehmen, wegen nichterteilten Genehmigung der Sport- und Militärleitung. Die Ausreisegenehmigung bekam er erst 1978. Zgodę na wyjazd otrzymał dopiero w roku 1978. Leider hat er keine gute Wahl getroffen. Bei Manchester City (1978) litt er nicht nur unter der Sprachbarriere. Aufgrund seines Alters (31) konnte er sich mit dem Prinzip des britischen Fußballs „schieß und lauf“ nicht anfreunden. Anschließend suchte er sein Glück in Übersee bei den kalifornischen  San Diego Soccers, wo er viele Fans fand und im Film „Die Flucht zum Sieg“ zusammen mit solchen Größen wie Sylvester Stallone, Michael Caine und Max von Sydow spielte. Er hat dort viele Erfolge gefeiert, was auch seine finanzielle Lage deutlich verbesserte. Leider hat er die ganzen Ersparnisse seinem befreundeten Manager und gleichzeitig Geschäftspartner anvertraut, der ihn bestohlen hat. Von dem Moment an, zog er sich immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurück.

Er verunglückte am 1 September 1989 bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn bei  San Diego. Sein Wagen schlug in einen am Standstreifen geparkten LKW. Jego samochód uderzył w tył zaparkowanej na poboczu ciężarówki. Weil die Polizei keinerlei Bremsspuren fand, gab es zu seinem Tod viele Spekulationen, die wahre Ursache des Unglückes konnte man jedoch nie feststellen. Kurz vor seinem Tod kam er auf Einladung von Kazimierz Górski nach Dänemark zur Fußballmeisterschaft der Veteranen. Trotz des Bestehens seiner Kollegen, stieg er nicht mit ihnen in das Flugzeug nach Polen. 

Seine Geburtsstadt pflegt weiterhin das sportliche Erbe des Fußballstars. Die künftigen Fußballer der Region Pomorkie trainieren auf dem Deyna-Stadion. In der Stadt selbst entstand die Kazimierz Deyna-Route. Man versäumte es auch nicht, ihn mit einem Denkmal zu würdigen.

Mehr Infos zum Thema findet ihr auf der Webseite der Kazimierz Deyna Stiftung.