Gdynia /Gdingen/ eine Stadt, die aus der See und den Träumen der Vorkriegsgeneration der Polen hervorgegangen ist,  wie es der polnische Schriftsteller aus dieser Zeit, Stefan Żeromski, zu sagen vermochte: „… ein Meisterstück, das in Holz, Stein, Beton und Eisen geschaffen wurde – dieses übermächtige Drama, das zu zeigen vermag, wie dem Meer sein Wasser, Kraft, Tiefe und Macht entrissen wird…“. Heute stellt es eine moderne und sich dynamisch entwickelnde Stadt mit einer modernen Architektur und ihrer zur See hin ausgerichteten Wirtschaft dar.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Kamienna Góra in Gdynia

Kamienna Góra in Gdynia

     Einer der architektonisch und landschaftlich interessantesten Teile der Stadt ist gänzlich denkmalgeschützt.

Das Gebiet von Kamienna Góra /Steinberg/ gehörte dem Dorf Gdynia /Gdingen/ an und war zusammen mit ihm Besitzstand des Klosters in Kartuzy /Karthaus/. In der Zeit der Teilungen Polens wurde es im preußischen Teilungsgebiet deutschen Siedlern verpachtet und bekam Anfang des 19. Jahrhunderts den deutschen Namen Steinberg. Im Jahre 1920 wurde auf die Initiative von Ryszard Gałczyński hin das Gebiet von Steinberg käuflich erworben und der Ersten Polnischen Seebadegesellschaft übertragen, damit hier eine Badeanstalt eingerichtet werden konnte. Die Pläne der Gesellschaft sahen die Einrichtung eines Kultur- und Freizeitzentrums, ähnlich wie in Zakopane, vor. Anfänglich wurde die Anhöhe Kamieniec Pomorski genannt, was an Kamieniec Podolski aus dem Roman von Sienkiewicz anknüpfte und ein Zentrum des Polentums im Norden sein sollte.

Infolge der Entwicklung von Gdynia tauchten in den 20-er und 30-er Jahren im Gebiet von Kamienna Góra Villen auf. Zunächst wurden die Villen im Stile der Neurenaissance und des Neubarocks in Anknüpfung an polnische Landgüter errichtet. Die Häuser waren niedrig, mit Säulen, Portiken sowie mit Walmdächern versehen. Einen vollständigen Wandel brachten die 30-er Jahre und der neue Architekturstil - der Modernismus mit seinen einfachen geometrischen Baukörpern. Die in den 30-er Jahren errichteten Häuser weisen keine Zierelemente auf, sie waren einfach und oft stromlinienförmig, was an Seemotive erinnerte. Häuser in beiden Stilrichtungen, von denen viele restauriert wurden, können bei einem Spaziergang durch Kamienna Góra bewundert werden. Kamienna Góra war vor dem 2. Weltkrieg, genauso wie nach dem Krieg ein exklusives Villenviertel, weswegen sich hier nicht allzu viel verändert hat.

Zu den Beispielen der Häuser, die in den 20-er Jahren im Stile polnischer Gutshäuser errichtet wurden, gehören: Villa "Henryka" (Sędzickiego Straße 8), Villa "Nasz domek" (Sienkiewicza Straße 5), Villa "Poznanianka" (Sędzickiego Straße 16) oder Villa "Szumka" (Sienkiewicza Straße 37). Dagegen sind u.a. das Gebäude der Firma "Polskarob" (Korzeniowskiego Straße 8/10), die Zwillingsvilla in der Korzeniowskiego Straße 25/25a oder die Villa in der Sieroszewskiego Straße 1a, im modernistischen Stile der 30-er Jahre - gehalten.

Außer den in Kamienna Góra erhaltenen Villen ist auch das Panorama der Stadt, des Hafens und der Danziger Bucht (Zatoka Gdańska) zu bewundern. Auf dem Platz befinden sich ein 25 m hohes Kreuz, das hier in den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgestellt wurde, sowie das Denkmal der Küstenverteidiger von 1939.

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