Gotische Burgen des Deutschritterordens bilden einen festen Bestandteil der Pommerschen Landschaft. Hier befindet sich auch die einstige Ordenshauptstadt, Malbork /Marienburg/. Das Marienburger Schloss wurde in die Liste des UNESCO Welterbes eingetragen.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Schloss der Pommerschen Herzöge

In Nordpolen überwiegt, wenn es um Schlösser geht, eher gotische Architektur. Unter dem leuchtenden Rot der gotischen Ziegel der pommerschen Schlösser schillert (wörtlich und im übertragenen Sinne)

Die Stelle, an der das Schloss errichtet wurde, weist eine lange Befestigungstradition auf, es handelt sich nämlich um den Standort der Stolper Burgstadt. Bereits nach knapp einem Jahrhundert seines Bestehens wurde es entsprechend der geltenden Mode zu einer pommerschen Residenz der Greifendynastie umgebaut. Trotz späterer Verwüstungen, zahlreicher Anpassungen an den sich jeweils verändernden Bedarf, Brandkatastrophen und Kriegszerstörungen gelang es dem Schloss nach dem 2. Weltkrieg seine einstige Pracht wieder zu verleihen. Es lohnt sich nicht nur seine außergewöhnlich schöne und harmonische Architektur näher in Augenschein zu nehmen, sondern auch das Mittelpommersche Museum zu besuchen, das sich in seinem Inneren befindet. Es gibt hier sehr interessant ausgestellte historische Exponate aus der Geschichte von Słupsk und seiner Umgebung. Das umfassende ergänzende Veranschaulichungsmaterial stellt Veränderungen dar, die in der rund siebenhundertjährigen Geschichte der Stadt und in seiner charakteristischen Architektur eingetreten sind. Bei der Einrichtung der Ausstellung wurde besondere Aufmerksamkeit auf das Schloss selbst und seine einstigen Eigentümer - die Pommerschen Herzöge und die Familie de Croy, gelegt. Grund zum Stolz für das Museum stellt seine prächtige Werksammlung von Stanisław Witkiewicz - Witkacy, um die das Museums von solchen "Witkacy-Zentren" beneidet wird, wie etwa das in Kraków /Krakau/ oder in Zakopane.


Der Schlosskomplex umfasst außer dem Gebäude selbst auch: die Schlossmühle - eines der ältesten historischen technischen Objekte in Polen, das in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreicht und gegenwärtig als Ausstellungsraum für ethnographische Ausstellungen genutzt wird; das Mühlentor (Brama Młyńska) - ein eindrucksvolles gotisches Gebäude, das einst die Überquerung der Stolpe sicherte; Hyazinthkirche - die ehemalige Schlosskapelle - gotisches Gotteshaus mit barocken Inneneinrichtung und den Gräbern der Greifen sowie dem rekonstruierten einstigen Schlossgarten.


Nach dem Schlossbesuch kann man im Teehaus im alten Richters Kornspeicher ausspannen, der von der Stadtmitte auf das Schlossgelände versetzt und in den Museumskomplex in den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgenommen wurde.


Das Schloss in Słupsk ist ein Ort, der sowohl Architektur-, als auch Kunstliebhaber, vor allem jene, die sich für die Kunst der Zwischenkriegszeit interessieren, in seine Bahn zieht. Auf jeden Fall sollte es auch von den Einwohnern von Słupsk besichtigt werden, soweit sie es noch nicht besucht haben, denn hier finden sie all das, was ihnen ermöglicht die eigene Stadt besser zu verstehen.

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