Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Katharinenkirche in Danzig

Adresse:

Ul. Profesorska 3

80-856 Gdańsk

Kontaktdetails:

Tel. 58 301 15 95

Die älteste Pfarrkirche der Altstadt (Stare Miasto), deren Schutzpatronin die heilige Katharina von Alexandrien ist und die in ihrer Krypta das Grab des berühmten Danziger Astronoms Johannes Hevelius beherbergt.

Der Bau des Gotteshauses wurde 1227 begonnen und im 14. und 15. Jahrhundert abgeschlossen. Der Kirchturm entstand 1450, jedoch wurde endgültig 1634 fertiggestellt, als er nach der Verdrängung der Deutschordensritter aus der Stadt erhöht und von einem barocken Helm nach dem Entwurf von Jakob van den Block bekrönt wurde. Für die Turmgeschichte ist das Jahr 1738 wesentlich, als in seinem Inneren ein Carillon angebracht wurde. Das Kirchengebäude wurde 1555 durch die Protestanten übernommen, das sie bis 1945 verwalteten, als das Sakralobjekt wiederum der Katholischen Kirche zufiel.


Am 03. Juli 1905 entfachte ein Blitzschlag ein Feuer im Kirchturm. Die Flammen zerstörten vollständig den Helm und die herabfallenden brennenden Fragmente haben das Dach unterhalb des Turms in Brand gesetzt und teilweise zerstört. Dem Brand erlag auch das Carillon, die Zeugen der Katastrophe sprachen von großen Tropfen geschmolzenen Metalls, die als "bronzene Tränen der heiligen Katharina" bezeichnet wurden. Ein Teil von ihnen wurde später im Rahmen einer Spendensammlung für den Wiederaufbau des zerstörten Helms verkauft. Der Turm wurde wiederaufgebaut und im Jahre 1910 wurde ein neues Carillon installiert, das 1942 beschlagnahmt und eingeschmolzen wurde.


Im März 1945 wurde das Gotteshaus vollständig zerstört. Direkt nach der "Befreiung" hat ein Soldatentrupp das Gebäude mit Benzin aus Kanistern übergossen und in Brand gesetzt, wobei Pastor Friedrich Reimer, der das Gotteshaus zu schützen versuchte, umgebracht wurde. Im Jahre 1989 hat eine Bremer Vereinigung 3 Carillonoktaven gestiftet und im Jahre 1998 hat die Stadt Danzig und Privatsponsoren das Werk fertiggestellt, indem sie die vierte Oktave sowie ein Gerät für das Handspiel stifteten.


Am 22. Mai 2006 erfolgte eine weitere Kirchenbrandkatastrophe, in deren Folge das Dach niederstürzte und an der Kirchendecke liegen blieb, wodurch das Innere der Kirche nicht in Brand gesetzt wurde. Der absturzgefährdete Kirchturm wurde gerettet, genauso wie der Großteil der historischen Gegenstände, die Polizisten und Feuerwehrleute aus der mit Wasser überfluteten Kirche zum Rathaus und Nationalmuseum überbrachten. Das Carillon Überstand ebenfalls die Katastrophe. Die Staats-, Stadt- und Kirchenbehörden informierten, dass unabhängig von den Zerstörungen die Kirche wiederaufgebaut wird.


In der Kirche befindet sich ein Turmuhrmuseum - Abteilung des Historischen Museums der Stadt Danzig. Das Museum versammelt und renoviert handwerklich bedeutende Uhrwerke, die an den Orten ihrer Bestimmung nicht mehr eingesetzt werden konnten. Viele von ihnen wurden durch Kriege und Brände zerstört, in vielen Fällen haben sich die Turmbedingungen verändert. Die Sammlung ist vielleicht nicht vollständig, für die Entwicklung des gesamten Uhrhandwerks in der Zeit vom 15. bis zum 20. Jahrhundert jedoch repräsentativ. Außerdem sorgen die Museumsmitarbeiter für viele historische Uhren an ihren Einsatzorten in ganz Polen. Seit 2011 betreuen sie auch die genaueste Uhr der Welt, eine Pulsar-Uhr.