Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Brigittenkirche in Danzig

Adresse:

Ul. Profesorska 17

80-856 Gdańsk

Kontaktdetails:

Tel. 58 301 31 52

Die Kirche wurde zunächst um Mitte des 14. Jahrhunderts als Magdalenenkapelle an der Stelle gebaut, wo der Legende nach die Heilige Jungfrau erschienen sei.

Die Kirche ist 1980 während der Arbeiterstreiks in Gdańsk /Danzig/ in die Geschichte eingegangen.

Im Jahre 1374 machte in Danzig ein Trauerzug mit den sterblichen Überresten der Begründerin des Erlöserordens, Brigitta von Schweden, auf seinem Weg von Rom nach dem schwedischen Vadstena halt. Die Einwohner von Danzig erwiesen der Verstorbenen ihre Ehrerbietung, deren Sarg mit den Reliquien zunächst in der Marienkirche und später in der Büßerinnenkapelle (Magdalenenkapelle) aufgestellt wurde, wo er sich zwei Wochen befand. Dieses Ereignis hatte eine solch große Wirkung auf die Danziger, dass es den Kult um die hl. Brigitte begründete, der durch den Brigittenorden, der in der Stadt im Jahre 1386 ansiedelte, fortgeführt wurde.

In den Jahren 1396-1397 hat der Brigittenorden die erste einschiffige Brigittenkirche errichtet, die bis ins 16. Jahrhundert sukzessive ausgebaut wurde, bis sie in einer Feuersbrunst abbrannte. Der Anfang des 17. Jahrhundert erwies sich als sehr arbeitsam für den Brigittenorden, denn dieser hatte zunächst den Kirchenbaukörper wiederaufgebaut und anschließend das Kircheninnere im Renaissancestil ausgestaltet. Das endgültige Aussehen wurde der Kirche und dem Kloster in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verliehen.

Im Krieg wurde die Kirche 1945 niedergebrannt und größtenteils zerstört. Lange Zeit wurde sie nicht wiederaufgebaut und im Jahre 1957 brannten die letzten erhaltenen Fragmente des Dachstuhls und eine der Spitzen des südlichen Kirchenschiffs ab. Das Gotteshaus verblieb bis 1970 in Form einer Ruine, als es dann auf die Initiative des Pfarrers Henryk Jankowski hin ihr Wiederaufbau erfolgte. Die Renovierungs- und Ausstattungsarbeiten dauerten bis 1987 an, als in der Sakristei das Gemälde von H. Hahn von 1612 "Apotheose der heiligen Brigitta" aufgehängt wurde.

Aufgrund des Wirkens der Gewerkschaft von Lech Wałęsa sowie der Bedeutung, die dieser Ort für die Katholiken in der Zeit des kommunistischen Regimes hatte, wird die Brigittenkirche als eine Art Sanktuarium von "Solidarność" und ein Denkmal des schwierigen Weges in die Freiheit, den Polen im 20. Jahrhundert durchschreiten musste, betrachtet. An die tragische Geschichte des Nachkriegspolens erinnern Metallskulpturen, die von Elżbieta und Rafał Pelpliński geschaffen wurden, sowie ein Denkmal des Bildhauers Wawrzyniec Samp, das den Märtyrertod des Pfarrers Jerzy Popiełuszko darstellt.

Im Presbyterium wurden im Jahre 2001 Arbeiten zur Errichtung eines großen Bernsteinüberbaus über dem Hauptaltar, der bis zum Gewölbe reicht und der den Tabernakel und die Altarmensa überdeckt, aufgenommen. Die Fläche der Zierde wird abschließend 99 m² umfassen und größer sein als das Bernsteinzimmer selbst. Der monumentale 11 m hohe und 12 m breite Bernsteinaltar wird die Form eines Triptychons mit dem Bildnis der Gottesmutter der Arbeitswelt in seinem zentralen Bereich haben. Gegenwärtig können Fragmente des geschaffenen Altars sowie die prachtvolle Bernsteinmonstranz von Mariusz Drapikowski bewundert werden.