Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Peter-und-Paul-Kirche in Gdańsk

Adresse:

Ul. Żabi Kruk 3

80-822 Gdańsk

Kontaktdetails:

Tel. 58 301 99 77

Der Bau wurde in den Jahren 1393 - 1516 errichtet. 1456 gründete hier der Leslauer Bischof eine selbständige Gemeinde. Seit 1945 dient sie den römischen und armenischen Katholiken.

Im Jahre 1436 entstand neben dem Gotteshaus eine Pfarrschule, die für ihr hohes Unterrichtsniveau bekannt war. Sie erfreute sich eines guten Rufs sogar bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. In den Jahren 1622 - 1945 stellte das Gebäude die Hauptkirche der evangelisch reformierten Kirchengemeinde dar. Die Gottesdienste wurden hier in polnischer, englischer, französischer und deutschen Sprache abgehalten.

Der Bau brannte 1945 ab. Beim Sturm auf Danzig wurde die Kirche bombardiert und später von der Roten Armee niedergebrannt. Damals stürzten die Dachkonstruktionen des Presbyteriums, des Südschiffes und teilweise des Hauptschiffes ein. Die meisten Gewölbe sind heruntergefallen. Drei Pfeiler zwischen den Schiffen wurden vollständig zerstört. Der Wiederaufbau des Tempels dauert bis heute an.

Infolge der Brände, der Anpassung der Kirche an wirtschaftliche Nutzung sowie durch die Tatsache, dass die Kirche über 300 Jahre ein kalvinisches Gotteshaus war, ist der Großteil der Ausstattung nicht erhalten geblieben.

Bemerkungswert ist die Kapelle der Familie Uphagen mit dem erhaltenen Epitaph in antiker Form und mit Holzverkleidung im Rokokostil. Sehr wertvoll ist auch die schöne Sammlung von Kronleuchtern aus dem 17. Jahrhundert, die vor der Zerstörung gerettet wurde. Im Chor wird die Wiederherstellung des barocken Hauptaltars vorgenommen, von dem 60% authentischer Details, darunter das barocke Bild der Unbefleckten Empfängnis Mariä, erhalten geblieben sind. Im Nordschiff befindet sich ein Renaissancechorgestühl aus dem 17. Jahrhundert.

Zurzeit werden Restaurationsarbeiten an ca. 60 Grabtafeln durchgeführt. Im Kircheninneren wurden auch Elemente der barocken Schnitzerei zusammengetragen. Im Südschiff ist ebenfalls die Rekonstruktion einer Musikempore, bestückt mit authentischen Holzelementen, vorgesehen. Am Ende des Nordschiffs befindet sich ein gotisches Taufbecken aus dem 15. Jahrhundert.

Die Peter-und-Paul-Kirche befindet sich unweit der Schule, welche die künftigen Bäckermeister und Konditoren heranbildet. Deswegen schlugen die Danziger Bäcker und Konditoren vor, in gemeinsamer Anstrengung der Polnischen Bäckerzünfte den Altar des heiligen Klemens Dworzak, des Schutzpatrons der Bäcker und Konditoren, zu errichten. Die feierliche Einweihung des Altars erfolgte am 13. August 2006.

Die Danziger Kirche am Poggenpfuhl (Żabi Kruk) ist auch ein Ort, wo Spuren der multikulturellen Geschichte von Danzig zu finden sind. Hier ruhen die sterblichen Überreste des großen Anton van Obberghen, des flämischen Architekten und Baumeisters solch prächtiger Objekte wie dem Großen Zeughaus (Wielka Zbrojownia), oder dem Altstädtischen Rathaus (Ratusz Staromiejski). Hier finden wir auch Epitaphien der schottischen Familie Davisson, derer Vertreter, Daniel Davisson, Ehemann der Urenkelin von Johannes Hevelius war. Andere Schotten, die in der Peter-und-Paul-Kirche begraben liegen, sind die Familien Turner und Moore.

Mit dem entfernten Armenien verbindet Danzig die Anwesenheit der armenischem Gemeinde, die eine eigene Kapelle in dieser Kirche besitzt. In der Kapelle befindet sich das Gemälde der Weinenden Madonna, das in den 50-er Jahren aus dem ehemaligen Stanislau (heute Iwano-Frankiwsk) durch den Priester Kazimierz Filipiak, dem Generalvikar der Armenisch-Katholischen Kirche in Polen, herbeigeholt wurde. Gleich an der gotischen Kirchenmauer, in der sog. Armenischen Gasse, steht Chaczkar - ein traditionelles Steinkreuz aus Armenien, Symbol der polnisch-armenischen Beziehungen.