Stolpe, Radaune, Ferse, das sind Flüsse, die dank ihrer Lage und der Energie ihrer Wasserströmung genutzt wurden, um auf ihnen Wasserkraftwerke einzurichten. Viele Objekte sind bis heute in Betrieb und können besichtigt werden. Das älteste Wasserkraftwerk in Europa, Struga, oder das höchst gelegene Wasserkraftwerk auf der Radaune, Biełkowo, das sind nur einige der Objekte die es wert sind, besichtigt zu werden. Physikalische, chemische und mathematische Gesetze, die in Brücken, Maschinen, ehemaligen Fabrikobjekten gebändigt wurden und die auf thematischen Ausstellungen u.a. im Centrum Hevelianum vorgestellt werden.

tłum. EuroInterpret-D. Moser

Städtische Wasserleitung in Prabuty

Die historischen Wasserleitungen aus dem 18. Jahrhundert sind entstanden, weil die Stadt zum Opfer zahlreicher Brände fiel. Die Wasserleitungskorridore erstrecken sich unter der Altstadt von Prabuty /Riesenburg/.

Der größte Teil der Stadtarchitektur bestand damals aus Holz und die meisten Gebäude hatten Strohdächer. Die Wasserleitungen verlaufen durch gewölbte Korridore unter dem Marktplatz, sie bestanden aus einem Rohrnetz aus Holz und Gusseisen, welches das Wasser in den Marktbrunnen leitete. Die Wasserleitungen befinden sich 3,5 m tief unter der Erde und entstanden im Tagebau. Der Zugang zu ihnen befindet sich in den Fundamenten der alten Stadtmauer, und zwar auf der Ostseite der Stadt. Sie haben die Form eines großen, umgekehrten Buchstabens "F". Die Kanalwände sind aus rotem Backstein gebaut, sind 70 bis 80 cm dick und weisen ein Bogengewölbe auf. Die Kanalhöhe schwankt zwischen 170 bis 230 cm, die Breite von 120 bis 130 cm. Die Länge des Hauptkorridors beträgt 120 m, und die Länge der östlichen und westlichen Abzweigung jeweils 45 und 42 m. Jede Abzweigung beginnt und endet mit einem Becken, in das man durch spezielle Öffnungen hineinsehen kann. Nach der Errichtung der Wasserleitungen befand sich am oberen Rand eines jeden Beckens ein Brunnen. Diese Brunnen wurden im 19. Jahrhundert von Pumpen ersetzt. Der Durchmesser eines jeden Beckens beträgt ca. 4 m und seine Höhe vom Boden bis zum Straßenniveau über 5 m. In den Kanälen sind noch alte Haken, Lampen- und Fackelnischen zu sehen. Es ist eines der wenigen historischen Beispiele preußischer Ingenieurskunst in diesem Gebiet. Nach dem Verlassen der Wasserleitungen erblicken wir die Gebäude der alten städtischen Zuckerfabrik von 1883. Auf den umliegenden Weiden befindet sich der Mühlensee, der in der Stadtumgebung liegt. Die Wasserleitungen entstanden dank der bedeutenden Beihilfe des Herzogs von Preußen, Friedrich Wilhelm I., der für dieses Vorhaben 10 000 Taler aufwendete.


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foto: Archiwum LOT ZK "Liwa"