Ein subjektives Wochenende in der Stadt

Ein subjektives Wochenende in der Stadt

Wochenenden, die üblichen und die verlängerten, verbinden wir hauptsächlich mit Ausflügen aufs Land, um weit vom städtischen Lärm unsere inneren Akkus aufzuladen. Aber wer sagt uns, dass es nicht auch in der Stadt möglich ist? Es ist möglich! Für ein Wochenende in der Stadt gibt es jede Menge Möglichkeiten und Orte, die wir Euch jetzt vorstellen werden.

Die einzige solche Tram

Mit einer Tram auf dem Wasser fahren? Vielleicht nicht ganz so, denn es handelt sich hier um Schiffe der Danziger Reederei (Żeglugi Gdańskiej), die auf den Gewässern der Danziger Bucht, der Toten Weichsel und auf der Mottlau verkehren. Wie jedes Jahr, am ersten Maiwochenende starten die Wassertrams F5 und F6 auf den Strecken Żabi krukBrösen und FischmarktSobieszewo (Bohnsack). Die Route F5 nach Brösen beginnt an der Anlegestelle Żabi Kruk in der Alten Vorstadt. Unterwegs fahren wir am Krantor, der Speicherinsel, dem Bleihof mit der Philharmonie, Museum des II Weltkrieges, der Festung Weichselmünde und der Westerplatte vorbei. Die andere Tram F6 nach Sobieszewo startet am Fischmarkt und fährt u.a. am Nationalen Segelzentrum in Westlich-Neufähr (Górki Zachodnie). Neben den kleinen Trams beginnen am letzten Aprilwochenende ihre Touren auch die großen Katamarane, auf den Strecken: Danzig – Hela, Sopot – Hela und Gdingen - Hela. Diese Schiffsausflüge sind im Sommer sehr beliebt und eine gute Alternative, um ohne Staus auf die Halbinsel Hela zu kommen.

Die Wassertrams F5 und F6 fahren täglich vom 1 Mai bis Ende September. Die Katamarane nach Hela fahren vom 30.04 bis 30.06 nur an den Wochenenden, dafür im Juli und August täglich.

Eine außergewöhnliche Besichtigungsroute. Wähle und probiere eines der hier gebrauten oder der zig Flaschenbiere aus– Craft Beer Trail

Handwerkerbier, Regionalbier oder einfach Bier, das anders als das übliche Helle schmeckt. Es wird unterschiedlich genannt, meistens in kleinen Hausbrauereien gebraut und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Dank dem Danziger Tourismusverband (GOT), der die erste Bierroute (Craft Beer trail) der Dreistadt vorgegeben hat, können wir nun Danzig, Zoppot und Gdingen aus einer ganz anderen Perspektive besichtigen. Neben Bierverkostungen bekommt jeder Teilnehmer eine Broschüre mit Informationen über die jeweilige Brauerei und vielen Neuigkeiten zum Thema Bierbrauen. Zusätzlich bekommt jeder Bierliebhaber, der eines der in dem Bierführer aufgelisteten Lokale besucht und dort ein Bier bestellt, einen Stempel, vom dem je mehr man hat, desto attraktiver wird die Belohnung.

Zu Besuch im Museum

Entdecke den Kulturreichtum der Region Pomorskie. Um die Geschichte der Region kennenzulernen, sollte man am besten die zahlreichen Museen der Region besuchen. Liebhaber der Ritterzeiten laden wir in die größte Festung Europas, die auf die UNESCO Weltkulturerbe-Liste eingetragen wurde - die Marienburg in Malbork , wie auch zur Maifeier auf der Danziger Festung Weichselmünde ein. Seefahrtfans werden mit Sicherheit vom Angebot der neun Filialen des Nationalen Meeresmuseums in Danzig begeistert sein, darunter vor allem im Maritimen Kulturzentrum mit seiner multimedialen Ausstellung und im Zentrum für Instandhaltung der Schiffswracks  in Tczew (Dirschau). Zum längerem Nachdenken bringt uns das Museum des II Weltkrieges , die auf besondere Art und Weise die den tragischen Abschnitt der Weltgeschichte zeigt. Diejenigen, die sich für die jüngste Geschichte interessieren, sollten die außergewöhnliche und detailreiche Dauerausstellung des

 Europäischen Zentrum der Solidarnośc besuchen. In Gdingen sollte man die Gelegenheit nutzen, das einzige Museum in Polen zu besuchen, das der polnischen Emigration gewidmet ist. Im historischen Gebäude des Seebahnhofs, von wo aus jahrzehntelang polnische Linienschiffe in die See stachen, entstand eine Ausstellung, die das Schicksal der polnischen Auswanderer in der ganzen Welt seit dem XIX Jhd. bis heute zeigt. Außerdem befindet sich das Auswanderer-Museum unter einer aussagekräftigen Adresse, an der Polen Straße 1.

Lehrreich im Hevelianum

Das Zentrum Hevelianum auf dem Gelände der früheren Befestigungsanlage Hagelsberg in Danzig ist ein außergewöhnlicher Ort. Das moderne naturwissenschaftliche Bildungszentrum in den sanierten Räumen einer alten Festung wird mit Sicherheit nicht nur Kinder, sondern auch ihre Eltern interessieren. Man kann hier 10-Ausstellungen besichtigen, die nach Themen geordnet sind. Rund um die Welt ist eine der Erdkunde gewidmeten Ausstellung für alle weltinteressierten Kinder. Die magische Reise beginnt im Inneren der Erde, wo wir einiges über Erbeben und Vulkane erfahren. Weiter reisen wir über das bunte und duftende Asien und weitere Kontinente, um anschließend in Europa unsere Reise zu beenden. Von der Besonderheit dieser Ausstellung zeugt auch ihr Schirmherr - Discovery Channel.

Eine weitere Ausstellung wurde mit viel Energie der Physik gewidmet. Zig Ausstellungsgeräte sind so eingerichtet, um dem Besucher das Beobachten, Erleben und Auslösen von Naturgewalten zu ermöglichen. Interessant ist auch der Fahrsimulator für Autofahrten unter schwierigen Bedingungen. Die eingespeicherten Szenarien erlauben Autofahrten, ohne die im realen Leben folgenden Konsequenzen. Für alldiejenigen, die sich gerne als Stadtplaner testen wollen, haben wir einen Simulator, an dem man prüfen kann, ob die von uns gebaute Siedlung der einen oder anderen Naturgewalt standhalten würde.

In weiteren Ausstellungsräumen finden wir u.a. Informationen über alte Waffen oder Militäruniformen zum Anprobieren, alles in der Ausstellung Zeitmaschine – Spiel mit der Geschichte. Im Herr Kleks-Labor erwarten uns vier bunte Märchenwelten und das mathematische Rätsel zeigt entdeckt ein neues Gesicht der Königin der Wissenschaften. Und auf dem kreativen Spielplatz, der als wahrer Dschungel der Fantasie, bei Kindern unter 9 Jahren keine lange Weile aufkommen lässt.

Strand in der Stadt

Doch vielleicht sollten wir einfach den Strand aufsuchen, uns hinlegen, die Augen Schließen und entspannen? Nach der in der Stadt aktiv verbrachten Zeit kann man in wenigen Minuten am Strand landen. Das eben sind die Vorzüge der Dreistadt. Schöne Sandstrände sind hier in Handreichweite und ein längerer Strandspaziergang bringt uns vom Brösen in Danzig über Zoppot nach Gdingen.  Unterwegs finden wir zahlreiche Strandbars und Restaurants, drei Seestege-darunter den längsten Holzseesteg Europas in Zoppot- und die imposante Steilküste in Andlershorst (Gdynia Orłowo).
Mit dem Fahrrad durch die 3-Stadt

Hunderte Kilometer lange Radwege innerhalb der Dreistadt verführen dazu, das Fahrrad als Transportmittel zu wählen. Unabhängig davon welchen Teil des Ballungsraumes wir uns Ziel vornehmen, können wir sicher sein, dass wir dort mit dem Zweirad sicher hinkommen. Eine der interessantesten Fahrradrouten ist mit Sicherheit die entlang der Ufer der Danziger Bucht. Beim Aufenthalt in der Dreistadt darf man auch den Dreistädtischen Landschaftspark nicht vergessen, den man vom Zentrum aus in wenigen Minuten erreichen kann. Die längste Strecke ist die Blaue Route, die bis nach Lębork (Lauenburg) führt und insgesamt 100Km lang ist. Wenn wie jedoch in der Dreistadt bleiben wollen, erwarten uns gut ausgebaute und gekennzeichnete Routen, die jedoch am leichtesten mit einem Mountain- oder Crossbike zu bewältigen sind. Diese typische Waldroute  bringt uns zum Sanktuarium in Matemblewo, zu der Wassersbetriebenen Schmiede in Oliva, zum  Danziger ZOO und zum Aussichtsturm auf dem Karlsberg (Pachołek).

Mit dem Fahrrad von Danzig nach Zoppot?