Gotische, barocke, aus Holz, aus Backstein, mit Lehm gefüllt und verputzt, in Flechtwerk- bzw. Fachwerkbauweise errichtet, so abwechslungsreich sind Sakralobjekte nur in Pommern. Die kostbaren Einrichtungen, Wandmalereien und die unglaublichen Glasmalereien vervollständigen den Gesamteindruck der Bauwerke.

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Zisterzienserabtei in Pelplin

"Dieses Kloster (...) hatte solch schöne und verzierte Bauten, dass es die Bewunderung aller Menschen weckte"

/Johannes Longinus, Polnische Geschichte in Zwölf Bänden Band IV., Buch XI./

Der Zisterzienserorden verwaltete das Pelpliner Land nahezu über sechs Jahrhunderte. Die grauen Mönche, wie sie einst landläufig genannt wurden, errichteten hier ein prachtvolles Kloster nachdem Ihnen Herzog Mestwin II. im Jahre 1274 Pelplin und die Ländereien zwischen den Flüssen Ferse, Janka und Wengermuz schenkte. Der vom Abt Werner angeführte Konvent kam zwei Jahre später aus Mecklenburg hierher.


Die Legende besagt, dass den Standort für den Bau des Klosters ein Esel auswählte, der von einem Übergangssitz der Zisterzienser in Pogódki freigelassen wurde. Als er nach Pelplin kam, begann er zu iahen und wollte nicht weiter gehen. Die Mönche waren von der Landschaft des schönen Fersetals verzückt und entschieden hier zu bleiben. Abt Werner sollte damals gesagt haben:"Bonum Est nos hic esse" also "Es ist gut hier zu sein".


Sicherlich haben die Mönche hier bereits frühere Bauten angetroffen. Ihre ältesten Spuren stammen von der Jahrhundertwende vom 13. zum 14. Jahrhundert.


Als die Zisterzienser an der Ferse ihr monumentales Gotteshaus auf dem Plan eines lateinischen Kreuzes errichteten, brachten sie den Teufel, der auf sündige Seelen lauerte, sehr auf. Als er die ungewöhnliche Schönheit des zu Ehren Gottes errichteten Baus erblickte, wollte er ihn zerstören und die grauen Mönche bestrafen. Bei Nacht wandelte er in ganz Kociewie umher, um einen Felsblock zu finden, der so groß sein würde, dass er die Kathedrale unter ihm begraben könnte. Als er knapp davor war, seinen niederträchtigen Plan in die Tat umzusetzen, wurde er vom Morgengrauen überrascht. Nach dem ersten Hahnkrähen hat ihn seine Macht verlassen und der schwere Felsblock, den er mühevoll trug, fiel in die Ferse herunter und verblieb am Grund, wo er sich bis zum heutigen Tage befindet.


Im Verlaufe der Jahrhunderte, als das Pelpliner Gotteshaus ausgebaut wurde, gab es noch viele andere Ereignisse, die auf den Neid des Teufels zurückzuführen waren, wie die Pelpliner Chronik besagt. Trotz zahlreicher Widerstände wurde der Bau zu Ende geführt und es wurden neuartige technische Elemente eingeführt: verschiede Seilwinden und Schwebebalken, die zum Hinaufziehen des Dachstuhls verwendet wurden und die bis heute allgemeine Bewunderung bei der Besichtigung des Dachstuhls heraufbeschwören. Der Bauabschluss erfolgte 1557, als die letzten Gewölbe angebracht wurden.


Vom Süden her wurde an das Gotteshaus das Kloster mit Seitenflügeln bestehend aus Kreuzgängen, die den rechteckig angelegten inneren Klostergarten umgaben, angebaut. Außerhalb der Klostermauern wurde Anfang des 14. Jahrhunderts die "Kapelle vor dem Tor" errichtet, die für Konvertiten und Laien bestimmt war (heute die Corpus-Christi-Filialkirche). Im 14. Jahrhundert entstanden auch sehr schöne Wirtschaftsgebäude, da die Pelpliner Abtei sukzessive Ländereien von Herzögen und polnischen Königen: Przemysław, Wacław II, Wacław III. und Władysław I. Ellenlang verliehen bekam.


Das Kloster förderte die Entwicklung des Schrifttums und des lokalen Skriptoriums. Die Klosterbibliothek, deren Buchbestand bis heute in der Diözesenbibliothek erhalten blieb, wurde ständig erweitert. Die Abtei wurde in Folge der Hussitenüberfalls (1433) verwüstet und mehrmals während des Dreizehnjährigen Krieges (1454-1466) und im 17. Jahrhundert während der polnisch-schwedischen Kriege ausgeraubt. Jedoch auch in jener Zeit erfolgte eine rege Entwicklung der Abtei, hauptsächlich dank den zahlreichen Stiftungen.


Im Jahre 1823 hat der preußische König Friedrich Wilhelm III. das Dekret über die Abschaffung der Abtei herausgegeben. Das Zisterziensererbe wurde durch das Bistum Chełmno /Kulm/ übernommen und Pelplin wurde zu seiner Hauptstadt (seit 1992 Bistum Pelplin).