Die Plätze, die Grünflächen und die Denkmäler erfüllen im Stadtraum wichtige Funktionen. Hier treffen sich die Bewohner, hier werden Veranstaltungen und Stadtfeiern organisiert. An Plätzen und Grünflächen finden wir die Denkmäler von berühmten Menschen, verschiedenartige Obelisken und fantasievolle Brunnen auf. Dadurch werden diese Stellen zu einer eigentümlicher Sehenswürdigkeit, an der die Besucher gerne Fotos von sich nehmen lassen. Wer hätte ein Foto mit dem Danziger Neptun im Hintergrund, an der Kościuszki-Grünanlage in Gdingen oder am Zdrojowy-Platz in Zoppot nicht gehabt? Und diese sind nur die berühmtesten. Es gibt jedoch in Pommern auch weniger bekannte Objekte, die oft historisch gesehen für die gegebene Stelle besonders wichtig sind, z.B. das Gen.-Haller-Denkmal und der Pfahl der Vermählung Polens mit dem Meer in Putzig, das Jakub-Wejher-Denkmal auf dem Markt in Wejherowo (Neustadt), die Meerjungfrau in Ustka (Stolpmünde) oder der prächtige Brunnen in Prabuty (Riesenburg).

Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen befindet sich in dem repräsentativsten Stadtteil von Gdańsk /Danzig/, am Langen Markt (Długi Targ) vor dem Artushof.

Den ersten Brunnen haben die Danziger an der jetzigen Stelle des Neptunbrunnens im Jahre 1549 errichtet. Dieses bescheidene Objekt wurde einige zehn Jahre später gegen ein stattlicheres Objekt eingetauscht. Im Jahre 1606 wurde der entsprechende Beschluss des Stadtrats gefasst und anschließend bearbeitete Abraham van den Block den Entwurf vor und schmiedete das Becken, den Schaft, die Schale und das Postament für die Neptunfigur. Die Arbeiten an der Fertigung und dem Guss der Statue des Seegottes dauerten von 1612 bis 1615. Wegen dem Ausbau des Artushofes und anschließend infolge des Schwedenkriegs wurde von der Fertigstellung des Brunnens abgelassen.


Erst nach den Bemühungen des Bürgermeisters Bartholomäus Schachmann wurde das Symbol von Gdańsk am Langen Markt im Jahre 1633 aufgestellt. Ein Jahr später wurde ein eisernes Gitter mit Danziger Wappen und polnischen Adlern aufgestellt. In den Folgejahren wurde der Brunnen vernachlässigt, was die Handwerker dazu veranlasste, eine gründliche Renovierung des Objekts vorzunehmen.


Der Brunnen wurde im 2. Weltkrieg teilweise beschädigt. In dieser Zeit ist auch der Schaft, der die Schale mit Neptun getragen hatte, verloren gegangen, während die gesamte Anlage auseinandergenommen wurde und an vielen unterschiedlichen Orten aufbewahrt wurde. Nach dem Krieg wurde der Brunnen rekonstruiert und im Jahre 1954 wieder in Betrieb genommen.


Mit der Zeit wurde der Neptunbrunnen zum Symbol von Gdańsk, seine Replik wurde im Mini-Europa-Park in Brüssel aufgestellt. Es ist auch den Ort, an dem sich Touristen am liebsten fotografieren lassen.

Nach einer der Legenden sollte gerade Neptun zur Entstehung des berühmten Likörs Goldwasser beigetragen haben. In seinem Ärger darüber, dass in den Brunnen Münzen eingeworfen werden, stieß er mit seinem Dreizack ins Wasser, zerschmetterte das Gold in kleine Streifen und diese schmücken seither mit ihrem Glanz den vorzüglichen Kräuterlikör.


tłum. EuroInterpret-D. Moser