Tucheler Heide. Wo die Schönheit der Natur einfach atemberaubend ist.

Es ist einer der größten Kiefernwaldgebiete in Polen. Ein Ort, an dem die für diesen Teil der Welt typische Flora und Fauna in Stille und Ruhe wachsen und gedeihen kann. Ein Reich der Flüsse, Seen und Moore, wo das Leben ihren eigenen Rhythmus hat. Die Tucheler Heide. Eine der schönsten und urigsten, von Menschenhand unbeschädigten Regionen in Polen und Europa.

Tucheler Heide ist die Welt von Pflanzen und Tieren, die in vielen Fällen nur hier vorkommen. Sorglos wachsen hier Eichen, Birken, Heinbuchen und Eiben. Der Waldboden begeistert mit dem Reichtum an Pilzarten und die Waldfrüchte faszinieren mit ihrem Geschmack. Man findet hier auch Überbleibsel des Urwaldes oder trifft so seltene Vogelarten wie Seeadler, Auerhuhn und Graureiher.

Die Tuchler Heide auf der Landkarte befindet sich im Einzugsgebiet der Flüsse Brda und Wda und auf der Tucheler und Müskendorfer Ebene. Sie erstreckt sich auf über 300.000 ha Fläche. Es gibt hier den Nationalpark Tucheler Heide,  der ein Bestandteil des Biosphärenreservat Tucheler Heide ist.

fot. Karolina Lubińska

In der Nähe (jedoch nicht mehr in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern) befindet sich auch das Reservat  Altpolnische Eiben mit der größten Ansammlung dieser Bäume in ganz Europa. Übrigens, es gibt insgesamt 25 Reservate auf dem Gebiet der Tucheler Heide.

Tucheler Heide - Attraktionen für Aktivurlauber, doch nicht nur

Die Tucheler Heide bietet Attraktionen für Kinder und Erwachsene, sie ist ein idealer Ort für all diejenigen, die Erholung in der Natur bevorzugen. Zahlreiche Wander- und Radwege des Tucheler Landschaftsparks (mit einer Länge von insgesamt 76 km) verlaufen durch Wälder, am deren Rand, an Flüssen entlang und  um die Seen. In einer Umgebung mit Vogelgesang, Rauschen der Wälder und frischer Waldluft zum Durchatmen, fällt es nicht schwer, sich vom Großstadtlärm zu erholen.

Die Tucheler Heide kann man aktiv besichtigen, indem man eine Wander- bzw. Radtour macht oder mehr touristisch auf einer der Zigeunerkutschen, die von Pferden gezogenen werden.

Ein weiterer Grund, warum es sich lohnt die Tucheler Heide zu besuchen, sind die Wasseraktivitäten, die in dieser Gegend angeboten werden. In Wierzchowo kann man eine Floßfahrt machen.

Brda, fot. pomorskie.travel

Kajakliebhaber werden die Schönheit der verwinkelten Brda zu schätzen wissen. Die hiesigen Kajakrouten gehören zu den schönsten in Polen und nach Meinung vieler Kenner sogar in ganz Europa. Hiesige Wälder, Seen und Wiesen bilden eine fantastische Kulisse beim Angeln oder bei anderen Wasseraktivitäten. Der Fluss Brda verbindet die Seen Szczytno Wielkie und Konskie, und den Krepsko mit dem Szczytno Male-See miteinander, die wiederum die Ortelsburger Seenplatte bilden.

In der Nähe (in der Gemeinde Przechlewo) befindet sich auch der Krasne See. Umgeben von Nadelwäldern, ohne Zufluss und Abfluss, ist er ein Forschungsgegenstand für alle Naturliebhaber und ein Ort, an dem man in Stille und Ruhe weitere beruhigende Momente mitten in der Natur verbringen kann.

Arboretum Wirty, fot. pomorskie.travel

Wer immer noch nicht genug von der Pflanzenwelt hat, dem öffnet gerne seine Tore das Arboretum Wirty am Borzechowskie-See. Es ist ein wunderschöner Garten und Park, wo man hunderte Arten von Nadel- und Laubpflanzen findet, die sowohl lokal als auch in anderen Teilen Europas, Asien oder Amerikas vorkommen. In Wirty befindet sich auch der einzige in Polen Hybridnussbaum und andere Bäume, die fast 200 Jahre alt sind!

Und noch etwas für diejenigen, die Zeitreisen lieben: bei der Planung eines Ausfluges in die Tucheler  Heide sollte man auch die Steinkreise in Leśno, ein Friedhof der Goten aus der Bronzezeit, berücksichtigen.

Was sollte man sich in den Städten ansehen?

Obwohl die Tucheler Heide in erster Linie den Nationalpark und die vielen Wälder bedeutet, fehlt es hier nicht an sehenswerten Bauwerken, die von den früheren Bewohnern dieser Region geschaffen worden sind. Bei einem Besuch in Konitz sollte man unbedingt durch die Altstadt laufen, über der das Schlochauer Tor thront.

Schlochauer Tor (Brama Człuchowska) in Chojnice, fot. M.Bieliński

Zusammen mit dem Bastaien und der Arkadendurchfahrt ist sie ein Überbleibsel der mittelalterlichen Befestigungsanlagen der Stadt.  Konitz besitzt auch ein über 100 Jahre altes neogotisches Rathaus und eine fast 700 Jahre alte St. Johannes Enthauptung Kirche im Stil der Weichselgotik.

In benachbarten Schlochau sollte man unbedingt hinter die Mauern der Burg des Deutschen Ritterordens blicken. Was man in alten Büchern lesen kann, soll Konrad Wallenrod der Komtur der Schlochauer Burg gewesen sein. Dagegen in kleinem Koronowo lohnt es sich, auf das Zisterzienserkloster einen Blick zu werfen, mit dessen Bau bereits im Jahre 1289 begonnen wurde.

Ordensburg in Człuchów, fot. M.Michalska

An der Grenze zwischen den Woiwodschaften Pomorskie und Kujawien-Pommern befindet sich die kleine Ortschaft Fojutowo mit einem ungewöhnlichen Bauwerk - einem Aquädukt, dessen Konstruktion an die historischen Aquädukte aus der Römerzeit basiert. Er sollte den Bach Czerska Struga mit dem Brda-Kanal verbinden und wurde 1848 errichtet.

Die Agrotouristik in der Tucheler Heide ist außergewöhnlich reich an Angeboten und gut ausgebaut. Übernachtungsmöglichkeiten findet man in privaten Häusern, Apartments oder in bestens ausgestatteten Hotels mit Wellness und SPA.              

 

Kaschubische Hütte in Brusy Jaglie

Kaschubische Hütte in Brusy Jaglie

      Die Entstehungsgeschichte der Kaschubischen Hütte in Brusy Jaglie reicht in die 80-er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. In jener Zeit haben die Gründer der Kaschubisch-Pommerschen Vereinigung die Errichtung eines regionalen Museums mit einer Ausstellung von Exponaten geplant, die bei der einheimischen Bevölkerung eingesammelt werden sollten. Gleichzeitig sollte das Museum ein Kulturzentrum der Südkaschubei bilden.

Die darauf folgende politische Situation führte dazu, dass die Idee der Hüttenerrichtung zunächst für über ein Jahrzehnt vertagt wurde und schließlich in den 90-er Jahren wiederaufgenommen wurde. Im Jahre 1995 entstand die Initiative des Museumserrichtungsausschusses, es wurde die Konzeption zur Standortwahl der Hütte in Brusy Jaglie in der Nachbarschaft der Bauten des Volkskünstlers Józef Chełmowski angenommen. Im Jahre 1996 wurde die Idee der Verlegung und Renovierung einer authentischen Hütte verworfen. Das Projekt für den Bau eines neuen Gebäudes wurde von Jan Sabiniarz entworfen. Im Jahre 2002 wurden die Bauarbeiten unter Beteiligung heimischer Handwerker aufgenommen. Der Bauträger war die Stadtverwaltung in Brusy /Bruß/.

Die feierliche Eröffnung der Kaschubischen Hütte erfolgte am 06. Mai 2005. Die Kaschubische Hütte knüpft an die traditionelle Bauweise der Südkaschubei an. Ihr Regionalcharakter wurde in der Architektur und durch den Einsatz entsprechenden Baumaterials und Zierelementen beibehalten. Die Holzkonstruktion des Gebäudes entstand aus Bäumen, die im Sikorski Park aus dem 19. Jahrhundert in Wielkie Chełmy /Groß Chelm/ wuchsen. Das Museumsdach wurde mit natürlichem Röhricht gedeckt, die Außentreppe ist aus natürlichem Stein und der Boden wurde, wie es in alten kaschubischen Hütten üblich war, aus Kiefernholzbrettern gemacht.

tłum. EuroInterpret-D. Moser